Sonntag, 14. Juni 2020

Neue Stoffe

Die heißen Tage häufen sich, der Sommer erreicht seinen Zenit. Das macht Lust aufs Nähen leichter Blusen. Da unser Nähstübchen nach der Coronazeit zum ersten Mal wieder geöffnet wird, habe ich mir einen hübschen Sommerstoff zugelegt. Es ist ein mit Mohnblumenblüten bedruckter Chiffon-Crinkle, der sehr fein ist und viel Luft durchlässt.  


Mein Traum:
Zu diesem Stoff meine weißen, roten oder schwarzen Jeans tragen.

Ich werde voraussichtlich nach dem Fertigstellen der Bluse noch so viel Stoff übrig haben, dass ich mir noch passende Masken dazunähen kann.

Vielleicht sogar eine Tasche, in die ich vielleicht nur eine Mohnblüte als Designkick appliziere. Mal sehen ... mir schwebt da schon etwas vor.


Eigentlich habe ich ansonsten genügend Stoffvorräte für weitere Masken, aber diese beiden durften auch noch mitkommen:

Ein Baumwollstoff normaler Stärke - Motiv Waldtiere

Ein etwas festerer Stoff für nicht ganz so warme Tage - ich konnte nicht dran vorbeigehen!

Masken hat man nie genug!

Als die Maskennäherei anfing, dachte ich noch, es müsse doch genügen, wenn jeder zwei Masken zum Wechseln hat. Wie kam ich nur darauf? Man braucht sie ja bei so vielen Gelegenheiten, dass sie ständig in der Wäsche sind und oft keine einzige mehr im Flur an der Garderobe hängt (dort habe ich ein kleines Masken"gerüst" mit Klämmerchen zum Aufhängen).

Inzwischen habe ich nicht nur viele Freunde und Bekannte versorgt, sondern auch für uns selbst laufend Nachschub geschaffen. So liegen inzwischen im Auto und in der Handtasche immer Ersatzmasken.

Habe ich die schon gezeigt - wenn ja, ist es auch egal - ich habe keine Lust nochmal nachzuschauen:



Es muss ja nicht immer symmetrisch sein. Der folgende BW-Stoff enthielt viele verschiedene Motive auf farblich harmonisch zusammengestelltem Untergrund. Die Beschenkte war begeistert!



Zur Technik:

Inzwischen nähe ich nur noch die Schnabelform. Die gefalteten Masken sitzen m. E. nicht so gut.

Innen vermerke ich die Größe (M = middle - für Frauengesichter, L = large - für Männergesichter), die Gradzahl für die Waschmaschine und zwei Punkte für die Einstellung des Bügeleisens. 30°-Wäsche genügt auf jeden Fall, da ja hinterher alle Masken noch heiß gebügelt werden.


Das Gummiband wird passend geknotet ...


... und der Knoten anschließend in dem genähten Schacht versteckt.



Jeweils auf das Innenfutter nähe ich vor dem Zusammennähen mit dem Außenfutter einen Schrägbandstreifen auf, in den der Metallstreifen passt. In diesem Fall habe ich einen kürzeren Streifen eingeschoben, den ich im Stoffgeschäft erhielt (70 ct das Stück!). Da mir das zu teuer war, habe ich inzwischen unter den 1-€-Artikeln im Supermarkt gewühlt und 10 Heftstreifen zu 1 € entdeckt. Die muss man nur herausziehen, die Häkchen etwas flachdengeln. Sie erfüllen denselben Zweck und lassen sich auch sehr gut an die Gesichtsform anpassen.
 


Eine zarte Sommermaske aus Leinen (außen) und dünner BW (innen):


Praktisches Deckchen fix genäht

Ein Ceranfeld hat eine empfindliche Oberfläche, auf die man außer beim Kochen nicht gerne irgendetwas draufstellt. Neulich stöberte ich aus lauter Lust und Laune mal in meinen von der Raumausstatterin geerbten Stoffmustern und entdeckte dabei einen tollen festen Dekostoff, der farblich sehr gut mit unserer Küche harmoniert. Dabei dachte ich sofort an das ungeschützte Ceranfeld, das in der Zeit, wenn wir nicht kochen, so dunkel in den Raum guckt.


Vor dem Kochen wird das Deckchen zusammengelegt und gefaltet im hinteren Bereich abgelegt. Wenn auch die hinteren Kochstellen benötigt werden, kommt das Deckchen als Mitteldecke auf den Esstisch.

 

Rechts neben dem Ceranfeld stehen vier runde Dosen, die ich auch passend zur Küche mit Dekostoff bezogen habe. Sie enthalten Müslizutaten.




Das Kochfeld ist nun sehr unauffällig in die Arbeitsfläche integriert und kann sogar kurzfristig als Abstellfläche genutzt werden.  

Zur Nähtechnik reicht ein Satz: Einfach zweimal eingeschlagen und gesteppt. Fertig!

Alte Schachteln im neuen Kleid

Es gibt Medikamente, die man ein Leben lang nehmen muss. Immer wieder kommt dieselbe Schachtel ins Badezimmerregal. Und da ich nicht jeden Monat für ein Rezept anrufen will, bekomme ich jedes Mal gleich zwei Schachteln aufgeschrieben. Da sie recht groß sind und im Schrank ziemlich viel Platz wegnehmen, habe ich sie mit einem Stoffbezug versehen. Nur eine Schachtel ... die andere stand bisher immer nackt da. 
Jetzt habe ich mal Nägel mit Köpfen gemacht und beide Schachteln mit dem gleichen Stoff bezogen.

Das geometrische Netz der Pappschachtel habe ich auseinandergenommen, den Boden entfernt. Ich will ja die Stoffhülle nur überstülpen - der Optik wegen.

Auf dem Foto ist das Schachtelnetz zu sehen und die alte Hülle. So sollen auch die neuen Hüllen übergestülpt werden.




Nach dem Netz des Originalkartons zeichne ich ein neues Netz auf ein großes Stück Pappe. Dabei berechne ich bei Länge und Breite jeweils ca. 3 bis 4 mm mehr, denn die Schachtel soll ja locker hineinpassen. Alle Kanten, die mit anderen zusammengenäht werden, erhalten eine Nahtzugabe von 1 cm.



Als nette Abwechslung habe ich mir überlegt, den ausgewählten Stoff einmal längs und einmal quer zuzuschneiden. Nun werden bei jedem Stück der linke (längere) und der rechte (kürzere) Rand rechts auf rechts zusammengenäht. Dann nähe ich die drei Seiten des "Deckels" rechts auf rechts an die passenden Seitenteile. Der untere Rand wird einmal mit Zickzackstich versäubert, passend eingeschlagen und mit Steppstich umgenäht.



So sieht nun die durchgestylte Ecke im Badezimmerregal aus:


Die beiden Kulturtaschen sind selbstgenäht, auch der Bezug für die Kometiktücherbox, den ich selbst bedruckt habe.

Die Waschhandschuhe entstanden aus einem schon ziemlich lange getragenen Bademantel mit abgestoßenen Kanten. Die besten Stoffabschnitte habe ich noch sehr gut upcyceln können.

Die ganze Ecke ist nun neben weißen und türkisfarbigen Fliesen in Meeresfarben gestaltet. Und die blöden Schachteln sind verdeckt. So gefällt es mir jetzt!

Mittwoch, 22. April 2020

Der Gipfel der Kreativität

Nun wird's ganz eigen - ich habe den Stoff zusammengepatcht und anschließend bemalt. Das dauerte zwar erheblich länger, hat aber um so mehr Spaß gemacht.

Diese Stifte habe ich verwendet:



Die Farben Türkis und Weiß glitzern nach dem Abtrocknen. Bei so kleinen Motiven ein hübscher Effekt!

Die Farbe ist aufgetragen und muss 6 Stunden trocknen.


Die Farbe ist trocken und der Stoff kommt für 8 Minuten bei 150°C in den vorgeheizten Backofen.


Jetzt wird der Stoff noch durch ein Baumwolltuch heiß übergebügelt. Fertig!


Und nun habe ich mich für Euch wieder vollvermummt. Verboten? Nö, hier nicht - ist ja nur virtuell.


An der Garderobe haben wir nun einen besonderen Platz für unsere dekorativen Schnabelmasken eingerichtet. Es soll noch mehr geben. 



Heute habe ich im TV wiederholt gesehen, dass es tatsächlich ausreichen soll, die Masken nach dem Tragen für kurze Zeit bei 100°C in den Backofen zu legen. Eine schnelle und für den Stoff sicher schonendere Methode.

Noch mehr Masken - neue Ideen

Das nächste Modell ist gesteppt vor dem Zusammennähen. Zu sehen sind einmal die Außen- und einmal die Innenseite:




Um das Steppergebnis schön plastisch wirken zu lassen, habe ich ein Volumenvlies aufgebügelt, dann auf der Vorderseite mit einem zarten Bleistift Stepplinien aufgezeichnet und die sorgfältig nachgenäht. Das geht ohne Fadenabschneiden, wenn man beim Nähen geschickt durch das Wegenetz fährt.  




 Die fertig gesteppten Außenteile:


Zusammengenäht:



Hier zeige ich an der fertigen Kappe das Durchziehen der Gummikordel mit einer sehr dicken und langen Nähnadel:



Die Kappe von innen:


Eine ganze Familie ist versorgt!

Mundnasenmasken Schritt für Schritt - Teil 2

Das Futter ist fertig, der Einsteckstreifen aufgenäht. Heute geht es nun weiter mit dem Zusammenfügen der beiden Stoffteile. Sie werden sorgfältig rechts auf rechts gesteckt und dann oben und unten zusammengenäht.



Einmal von der anderen Seite aus betrachtet:



Die Nahtzugaben werden bis auf einen knappen Streifen zurückgeschnitten und dann an Stellen von Rundungen oder Winkeln eingeschnitten, damit sich hinterher nichts zieht. 



Nun wird das Ganze auf die andere Seite gedreht. Das funktioniert sehr gut, denn es handelt sich ja eigentlich nur um einen kurzen breiten Schlauch. Man braucht also keine Hilfsmittel zum Durchziehen. 



Nach dem sorgfältigen Ausbügeln der nun doppellagigen Maske werden die beiden Ende gleich lang geschnitten (Schneidebrett und Schneidroller) und anschließend mit Zickzack versäubert.



Die Enden werden zweimal umgeschlagen (einmal reicht auch, ist weniger dick, sieht aber nicht so schön sauber aus), gedämpft und einmal gesteppt.
Dann wird noch eine Gummikordel durchgezogen. Dazu nehme ich eine sehr dicke Nähnadel mit großem Nadelöhr.



Auf diese Art habe ich inzwischen an die 30 Masken genäht. Es geht flott (pro Maske je nach kreativen Abwandlungen 45 bis 60 Minuten) und sieht professionell aus. 


Eine der beiden folgenden Masken ist innen rot, die andere dunkelblau.


Mein Bruder scheint beim Auspacken des Familienpäckchens wohl etwas falsch verstanden zu haben. Es handelt sich nicht um ein Bikinioberteil, mein Lieber! Und wenn schon, dann hast du es falsch herum genommen.



Ich  werde hier immer wieder mal neu entstandene Masken vorstellen. Gleiche Masken zu nähen, macht mir wenig Spaß. Mein Kreativnaturell würde vor Langeweile gähnen. Ich gehöre nicht zu den "Serientätern".