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Sonntag, 25. Juni 2017

Eine Nordlichtcollage entsteht

Nachdem ich Eva Schmutterer und ihr Werk erkundet hatte, dachte ich, man müsste doch in einer Art Stoffcollage - so wie sie mit Papier, halt nur mit Stoff - auch nordische Landschaft darstellen können. Für den Anfang sollte es nicht so kompliziert sein, daher wählte ich eine einfache Nordlichtform und aufs Wesentliche reduzierte Formen für Berge, Sonne und Meer.

Zuerst habe ich meinen Bildaufbau auf der Papierseite eines schnittgroßen Stücks Vliesofix gezeichnet. (Der Link führt zu einer erklärenden Seite.)


Die aufgezeichneten Flächen werden dann auf den farblich passenden Stoff aufgebügelt und ausgeschnitten. Achtung! Das Ergebnis wird seitenverkehrt. Also vorher gut überlegen, wie das Bild aussehen soll.

Die ersten 4 Stoffflächen sind auf dem Grundstoff - hier einem dunkelblauen Wollstoff - aufgelegt.




So sieht eine aufgebügelte Vliesofixfläche aus - nun wird um das Vliesofix alles sauber abgeschnitten, was übersteht.



Dann wird von allen Flächen rückwärtig das Papier abgezogen und die Stoffstücke werden - mit der Klebefläche nach unten - eine nach der anderen heiß aufgebügelt.




Zunächst scheinen die kleinen Flächen gut zu kleben, doch nach dem Waschen werden sie sich vermutlich ablösen. Also müssen alle Flächen noch mit Zickzackstich an den Rändern festgenäht werden. Hier eine kleine Probe:



Ich habe ganz bewusst Schwarz für die Konturen verwendet. So bekommt das Bild mehr Collagencharakter oder erinnert an Kirchenfenster mit Bleiverglasung.



Die umseitige Collage ist fertig aufgelegt ...




... und mit dem heißen Bügeleisen fixiert.




Die Tasche ist fertig:






Innen habe ich ein Extratäschchen eingenäht, damit man den Schlüssel nicht in der Tasche suchen muss. Die Tasche bekam am oberen Rand noch einen dunkelblauen Extrarand angenäht (zwischen Futter und Außenstoff), der auch den kräftigen Reißverschluss beherbergt. Die Gurte habe ich für diese Tasche mal fertig gekauft.

Nun fehlen noch mein Label, eine Bodenverstärkung, die ich wieder aus der dicken Spezialfolie geschnitten habe, und zwar doppelt, damit die Tasche einen richtig schön stabilen Boden bekommt.

Freitag, 28. April 2017

Vom Traum zur Wirklichkeit - Goethe und die Magie

MAGIE
„In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch.
Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen.
Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte.
Was immer Du kannst, oder dir vorstellst, dass du es kannst, beginne es.
Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie.
Beginne jetzt!
 Goethe 


Dieses Zitat von Goethe entdeckte ich gestern auf Sheepys Blog und ich erlaube mir, es heute auch für mein Blog zu verwenden. Denn ... es passt zu 100% auch hierher! (Okay für Dich, Kerstin, dass ich das Zitat und die Freude daran mit Dir teile?)
Denn - wie kam es zu meinen Ideen, die ich hier in ihrer Verwirklichung zeige? 
Am Anfang war immer ein Traum. Außerdem der Wille, alles auf eine Karte zu setzen, mich nicht mehr mit vielen verschiedenen Dingen zu verzetteln, nicht mehr in der Vielfalt zu ertrinken, in der ich die Orientierung verliere.
Ich verschrieb mich "endgültig einer Aufgabe" (wie Eva am Nordkap). Und damit kam die Bewegung der Vorsehung in Gang. 
Drucke gelangen so gut, dass ich sogar die Proben verwenden konnte. Stoffe flogen mir zu, weil ich meine Projekte überall zeigte. Es kamen Krawatten aus dem Nachlass eines Herrn, es kamen Reste von Mitnäherinnen, es kamen Aufträge, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Aufträge, die mir die Freiheit der Gestaltung ließen, die aus meinen Träumen auftauchten. 
Ich bin glücklich, dass ich so kühn war, "begonnen zu haben".
Und ich beginne mit jedem Tag in meinen Werkstätten neu.
Denn: Die Welt der Träume ist die Welt der Unendlichkeit! So kann die Ideenwelt niemals versiegen.

Rêvant-Uli bleibt am Ball ... 😉

Dienstag, 28. Februar 2017

Gedanken zum FLOW

Da ich nicht nur nüchtern dokumentieren möchte, was ich herstelle, sondern auch darstellen möchte, was das mit mir macht, gibt es heute ein etwas anderes Blogpost. Hier meine Gedanken und Gefühle, die sich beim Tun einstellen:

Während ich mir eine neue Tasche zusammenträume und während der Umsetzung meiner Träume bin ich fast durchgängig in einem Glücksrausch. Kreativität macht glücklich. Aber dazu bedarf es einer wichtigen Voraussetzung.

ZEIT!

Wie viele Taschen werde ich dieses Jahr nähen?

ES IST EGAL!

Wird sie jemand mögen?

ES IST EGAL!

NICHTS soll mich in meiner Träumerei einschränken. Nur dann kann aus meiner Seele fließen, was meine Seele kreieren will. 

Alles Messen, alles Zählen würde diese Glücksgefühle zerstören. Ich will jeden Moment des Tuns genießen. Ich will mich selbst damit beglücken.

Ich will tun ... nicht davon reden, was ich tun werde.

Daher lautet mein Motto:

Rede nicht dauernd von dem,
was du machen willst,
sondern mach endlich das,
wovon du redest.

Und doch ...

erlaube ich mir, von meinen Erfahrungen, von meinen Gefühlen bei diesem Tun zu reden bzw. zu schreiben.

Vielleicht kann ich damit andere animieren, ihre Angelegenheiten auch so zu tun, wie ich meine tue.

Mir selbst ging es schließlich genau so!

Ich erinnere mich an den 1. Januar dieses Jahres, als ich Eva Schmutterer mit ihren Kunstwerken im Fernsehen sah. Und daran, wie ich dieses Gefühl, das sie ausstrahlte, in mein eigenes Flow umgesetzt habe.
In mein eigenes Ding.

Ja, genau so fließt mein Projekt.

Experimentieren, drucken, nähen, ... dieses Tun und dabei ständig umplanen, das ist das Wesentliche in meinem Projekt "Revontuli". Die Taschen, das Ergebnis des Tuns, sie sind nebensächlich. 
Sie mögen die Krönung des Tuns sein, doch wenn sie fertig sind, beginnt gleich ein neues Projekt in der Vorstellung zu keimen.

Montag, 20. Februar 2017

Neuer Traum - neues Projekt

Der Weg ist wichtiger als das,
was uns dazu bringt,
ihn zu beschreiten.

Paulo Coelho
(aus: Die Hexe von Portobello)


Was mich dazu brachte, den Weg zu meinen Taschen zu beschreiten, war ja der Ostseereport SPEZIAL zum Jahreswechsel. Ich erzählte bereits davon zu Beginn dieses Weblogs. Inzwischen ist das erste Projekt beendet, das zweite entwickelt sich. Und ich erlebe dabei den Glücksrausch aller Kreativen, die träumen können, sich Zeit lassen können, sich durch nichts und niemanden beeinflussen lassen. 

Eva Schmutterer brachte mich auf diesen (meinen ganz persönlichen) Weg, sie hat mich so sehr berührt, dass ich mir diesen Weg für mich geradezu erträumen musste. Er schenkt mir neues Lebensglück. So war Eva Schmutterer für mich zwar sehr wichtig für diesen Prozess der Klärung, was ich eigentlich will - wichtiger aber ist nun tatsächlich der Weg selbst.

Schritt 1 war die Nordlichttasche. Er beinhaltete die ersten Druckexperimente, das Verwerten kleiner Druckergebnisse in einer einzigartigen Tasche.

Parallel dazu beschäftigte mich bereits das Motiv der zweiten Tasche - die Valdres-Scheunenrose, die mit meiner heimatlichen Lippischen Rose verknüpft ist.

Ich erinnere noch einmal an die Scheunenrose aus dem Museum in Fagernes: 


Aus der ich dann diese Moosgummirose entwickelte, die zu einem Druckstempel wurde:


Was zu diesem Stoff führte:



Heute ging ich den Weg weiter und machte mir eine erste kleine Zeichnung. Wie soll meine nächste Tasche aussehen, für die ich diesen Stoff einsetzen will?

Ich überlegte mir erst einmal, den bedruckten Stoff als Mittelstreifen einzusetzen, rechts und links begleitet von schlichtem Baumwollstoff in Lila und Grün (passend zu den Druckfarben).

Man könnte die Tasche mit einem Reißverschluss nähen oder mit einer Zugkordel, so dass man sie oben schließen kann.

So fertigte ich eine kleine Zeichnung in meinem Ideenheft an:


Wie mag es wohl weitergehen?

Ich erlaube mir das fortgesetzte Träumen ... der Weg wird sich mehr und mehr enthüllen. Noch sind meine Bilder verschleiert wie hinter einem immer durchsichtiger werdenden Nebel. Vorfreude erfüllt mich. Die Vorfreude auf das Tun. Heute habe ich keine Zeit mehr ... dauernd geht das Telefon ... es ist schön, viele Freunde und Verwandte zu haben!