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Dienstag, 2. Mai 2017

Zweimal glücklich

Heute hatte ich mittags das Gefühl, dass zwei Menschen glücklich sind. Die Tasche "Energy Spiral" habe ich heute Morgen an die Auftraggeberin überreicht, dann darum gebeten, mein "Baby" noch einmal fotografieren zu dürfen, und zwar auf ihrem grünen Sofa - voilá:


Möge sie der Trägerin allzeit Glück bringen!

Sonntag, 23. April 2017

Tasche "Energy-Spiral" fertig

Gestern wurde die Tasche mit der orangegrünen Energiespirale fertig. Daher gab ich ihr den Namen "Energy Spiral".

Hier dokumentiere ich den Werdegang und gebe auch den einen oder anderen Tipp.

Den Schnitt für diese Tasche habe ich dieses Mal selbst entworfen, nachdem ich ja schon einige Taschen genäht habe und nähtechnisch bereits einige Kenntnisse habe.

Hier ist der Schnitt für den Taschenkörper zu sehen, den ich auf Packpapier gezeichnet habe und gleich mit den wichtigsten Informationen zur Ausführung der Tasche versehen habe, so dass ich den Schnitt später noch einmal verwenden kann. 



Die Taschenklappe wird von oben nach unten etwas breiter. So wird sie gut über den Taschenkörper fallen. Den Schnitt übertrage ich auf den mit Bügeleisen fixierten Stoff, dann schneide ich beide Stoffe (Ober- und Unterstoff) in gleicher Größe aus. Dann  wird der Oberstoff mit starkem Bügelvlies, der Unterstoff mit Volumenvlies verstärkt.

Außerdem fertige ich eine Paspel. Dazu gibt es im Internet bereits viele anschauliche Tipps und Tutorials. Meine Paspel ist gefertigt aus grünem Schrägband und einer dünnen Kordel. Die Paspel wird nach Fertigstellung zwischen Ober- und Unterstoff genäht. Auch das wird in entsprechenden Tutorials erklärt.



Und so sieht die fertige Taschenklappe von der Rückseite aus:



Nun ist der Taschenkörper dran. Ich suche für diese Tasche einen stark kontrastierenden unifarbigen BW-Stoff aus. Die Farbe ist Grüntürkis.

Da der Taschenkörper auch eine gewisse Festigkeit haben soll, verstärke ich die beiden Stoffteile mit einem steifen Bügelvlies.



Nun nähe ich drei kleine Utensilientäschchen, die sich nachher direkt unter der Taschenklappe befinden. Sie sollen unten herausschauen und der Tasche einen zusätzlichen farbigen Kick geben. Auch diese aus doppelter Stofflage gefertigten Täschchen werden einseitig mit kräftigem Bügelvlies verstärkt und so aufgenäht, dass sie sich oben etwas öffnen (leicht schräg zugeschnitten, aber gerade aufgenäht).



Nun wird für die Seiten des Taschenkörpers ein 10 cm breiter Streifen im gleichen Grün zugeschnitten, das schon die Unterseite der Taschenklappe hat.

Bevor der Streifen an Vorder- und Rückseite des Taschenkörpers angenäht wird, wird er mit steifem Bügelvlies verstärkt und bekommt auf der einen Taschenseite eine orangefarbige Schlaufe aufgenäht, an der ein Karabinerhaken befestigt ist. In diesen kann man z. B. einen Schlüssel oder einen Taschenanhänger einhängen. Dazu komme ich später noch ...

So sieht der Taschenkörper bis jetzt aus:



Der nächste Schritt ist das Annähen der fertigen Taschenklappe. Sie wird rechts auf rechts außen an die Taschenrückwand gesteckt, mit einer Geradstichnaht befestigt und dann hochgeklappt. Ein zweites Mal wird sie später mit dem Taschenfutter zusammen gefasst, wenn dieses mit dem Taschenkörper zusammengenäht wird.

Auf dem nächsten Foto sieht man auch die kleine Schlaufe mit dem Karabinerhaken (Altmessing) etwas besser:



Zur Verstärkung von Taschenböden habe ich mir eine ganze Rolle mit einer Art starker Plastikfolie gekauft (fühlt sich an und riecht auch wie PVC), die man mit einem Rollschneider oder mit einer starken Schere einfach in der gewünschten Größe zuschneiden kann. Diese Rolle war ein Schnäppchen, da sie als Rest im Laden herumstand. Ich habe sie für 6 € bekommen und sie wird viele Verstärkungen hergeben.




Den zugeschnittenen Folienstreifen lege ich nun innen in den Taschenkörper, und zwar genau an dem grünen Seitenstreifen entlang. Später wird man diesen Streifen, wenn man die Tasche waschen möchte, einfach herausnehmen können. Er könnte sonst die Tasche beim Waschen beschädigen, da er doch ziemlich scharfe Kanten hat. Da sich der Streifen zwischen Taschenkörper und Futter befinden wird, soll das Futter auf dem Boden einen Reißverschluss bekommen, damit man an den Verstärkungsstreifen herankommt. (Der hier gezeigte  Reißverschluss passt farblich nicht, wird noch ausgetauscht.)



Der Taschenkörper ist fertig und ich entscheide mich für einen türkisblauen Stoff für das Futter und die Innenseite des Gurts, der außen in dem gleichen Grün fortlaufen soll, den schon der Taschenumlauf hat.



Der Gurt - einseitig mit starkem Bügelvlies verstärkt (10 cm breit und 1 m lang aus zwei Stoffen zugeschnitten) ist fertig genäht und am Taschenkörper rechts auf rechts angesteckt.




Den Probedruck aus meiner Druckwerkstatt wollte ich nicht einfach wegwerfen. 



Also nähte ich einen doppelseitigen Anhänger daraus, auf dem ich auch die Initialen der Auftraggeberin aufzeichnete. Den Anhänger kann die Besitzerin dann auch entfernen, wenn sie möchte, vielleicht nur zu bestimmten Gelegenheiten anhängen. 




Nun kommt das Taschenfutter dran. Auch das bekommt drei Täschchen für Kleinkram, wieder abgesetzt in Violett-Tönen. Auf der Rückseite des Futterteils nähe ich einen Tunnel auf für eine Rückseitenverstärkung, die man zum Waschen einfach herauszieht.


Sie wird der Tasche eine festere Form verleihen.



Nachdem das Taschenfutter - auch mit einem Seitenstreifen zusammengefügt und in diesem Fall mit Volumenvlies verstärkt, da dieses etwas geschmeidiger ist - fertig genäht ist, stecke ich alle anhängenden Teile (Taschenklappe und Gurt) IN DIE AUF LINKS GEWENDETE TASCHE HINEIN - stopf stopf ...

Tragegurt nach innen stecken!

Taschenklappe nach innen stecken!

Das Innenfutter wird mit einem farblich passenden Reißverschluss versehen, der unten in der Mitte verläuft und quasi auch noch ein Geheimfach versteckt.



Der fertige Futterbeutel wird nun rechts auf rechts in den Taschenkörper gesteckt und am oberen Rand angenäht.



Zu diesem Zweck habe ich mir ein Hilfsmittel gekauft - ein Wonder Tape (9 m Länge, ca. 7 €, man kommt sehr lange damit aus). Das ist ein sehr schmales doppelseitiges Klebeband, mit dem man zu nähende Teile, die man wegen ihrer Dicke nicht zusammenstecken kann, vorher aufeinander fixiert. Das erspart viel kniffelige Arbeit. 

Hier möchte ich z. B. Innen- und Außenkörper der Tasche an den Seitennähten genau aufeinandernähen, dabei gleichzeitig die Nahtzugaben nach außen halten. Das ist mit dem Wonder Tape einfach zu bewerkstelligen, indem man die Nahtzugaben vorher fixiert.

Wonder Tape aufkleben, Papier abziehen, Nahtzugabe umknicken und festkleben. Der Klebstoff verschwindet nach dem ersten Waschen.


Durch das Fixieren mit dem Wonder Tape bleibt die Nahtzugabe
auch beim Nähen in der richtigen Richtung liegen.

Nachdem das Futter eingenäht, die Tasche umgestülpt und am oberen Rand einmal rundherum abgesteppt ist, fehlt nur noch ein Druckknopf zum Verschließen (Altmessing) und mein Label:



Fertig ist die Tasche "Energy Spiral" und nun bin ich gespannt, ob die Auftraggeberin sie mögen wird. Falls nicht, wird es meine Tasche bleiben - ohne Anhänger natürlich. Ein ideal dazu passendes Tuch habe ich gerade heute fertig gestrickt.



Am Boden ist der Reißverschluss zu sehen,
der zum Geheimfach führt bzw. den Zugang zur Bodenverstärkung ermöglicht.


Sonntag, 16. April 2017

Eine ganz besondere Tasche

Heute knüpfe ich an dieses Blogpost vom 7. April 17 an. Inzwischen sind 11 Tage vergangen, doch nun geht es mit Riesenmeilenstiefeln voran.

Ich hatte ja für das Design der Taschenklappe mit dem selbst hergestellten Logo der Auftraggeberin einen Probedruck mit Wasserfarben auf Papier vorgenommen. Für die geplante Paspel, die die Taschenklappe umrunden soll, habe ich zwei Schrägbänder in hellem und dunklem Grün besorgt. Welches ich nehmen werde, weiß ich noch nicht. Das wird erst entschieden, wenn der Stoff bedruckt ist.



Nun geht es ans Bedrucken des Stoffs.

Ich wähle einen naturweißen BW-Stoff, auf dem die Farben am besten zur Geltung kommen dürften. Zuerst zeichne ich mir ein Raster auf weißes Papier, das mir als Orientierungshilfe für das Anordnen der Stempeldrucke dienen soll. Zugleich zeichne ich den Umriss der Taschenklappe auf das Papier und lege nun dieses Rasterpapier zuerst auf meine Druckunterlage, darauf erst den Stoff, den ich am Rand mit Malerkrepp fixiere.



Nun werden mit einem Spachtel die infrage kommenden Farben auf meine Glaspalette gegeben: Gelb-Blau und Gelb-Rot. Für die jeweiligen Mischungen lege ich mir zwei Pinsel zurecht. Der Stempel wird sorgfältig mit den gewünschten Farbverläufen bestrichen. Dabei muss ich gut aufpassen, dass die Farben nur auf dem jeweiligen Spiralbogen landen. 

Ich habe auf den folgenden beiden Fotos mit Pfeilen verdeutlicht, wie ich bei dem Farbauftrag mit den verschiedenen Pinseln vorgehe:




Nun fertige ich zuerst zwei Probedrucke an. Dabei versuche ich, den Farbauftrag so identisch wie möglich vorzunehmen. Leichte Abweichungen und Unregelmäßigkeiten erlaube ich mir - es ist schließlich eine Handarbeit.



So sieht der frisch bestrichene Stempel vor dem Abdruck aus:



Nachdem der Probedruck gut gelungen ist, bedrucke ich den Stoff der Taschenklappenfläche. Wegen der durchscheinenden Unterlage kann ich genau sehen, wo ein Stempel abgesetzt werden muss. Anschließend setze ich in die großen Lücken noch Punkte in Grün und Orange, die den gesamten Druck noch etwas auflockern. 


Ich hänge den Stoff zum Trocknen auf und freue mich über das gelungene Ergebnis.


Zum Nähen der Tasche wird es einen Extra-Blogpost geben.

Freitag, 7. April 2017

Auftrag mit Happy-Effekt

Ich darf wieder etwas Neues kreieren.

Eine junge Frau fragte mich, ob ich ihr eine Tasche nähen könne. Ihre Stofftasche falle so nach und nach auseinander und sie brauche eine neue. Dieser Frau habe ich allerhand zu verdanken, ihre Art zu denken und zu fühlen ist mit meiner kompatibel, so machte ich mich freudig ans Träumen - les rêves grandissent!

Was dabei bis jetzt herauskam, will ich heute dokumentieren. Der Traum beginnt, wandelt sich, ist noch nicht vollendet. Aber erste Formen und Farbwelten entwickeln sich. 

Lieber Blogbesucher, liebe Blogbesucherin ...

hier wird nicht gezeigt, wie man eine Tasche näht, sondern vielmehr, wie man innerlich Kontakt mit dem Wesen der Welt, dem Wesen eines Menschen aufnimmt, sich im Traum damit vereint und den Traum sprechen lässt. Es geht um Kreativität, nicht um Nähanleitungen. Wie man Taschen näht, dazu haben schon unzählige andere Menschen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Internet veröffentlicht. Dafür kann ich gar nicht oft genug DANKE sagen, denn ihnen verdanke ich schließlich, dass ich meine Träume umsetzen kann. Sie können das viel besser als ich, das Erklären in kleinen Filmchen, die man einfach aufruft und denen man Schritt für Schritt folgen kann. Außerdem gibt es auch noch gute Bücher und Zeitschriften, die einem beim Erlernen von Nähtechniken helfen. Mein wichtigstes Buch ist ALLES SELBST GENÄHT von Reader's Digest. Ein Buch, das ich erst aus der Hand geben werde, wenn ich definitiv nichts mehr nähen werde. Ansonsten gibt es Spezialzeitschriften und -bücher zum Nähen von Taschen, besonders hilfreich finde ich Die Nähbibel (in mehreren Folgen, die noch fortgesetzt werden). Deren Website simply-kreativ.de veröffentlicht viele hilfreiche Ratschläge, auch als Videosequenzen. Außerdem gibt es zu jedem Heft eine DVD, die genau zeigt, wie's geht. So viel zum Technischen.

Doch nun zurück zu meinem Traum:

Wenn ich mich beim Verlassen des Hauses umdrehe, in dem ich mit der Auftraggeberin Kontakt hatte, sehe ich dieses energiereiche Symbol am Fenster kleben. Schwupps - war das Symbol in meinem neuen Taschentraum gelandet! 

So zeichnete ich zuerst einen groben Plan. Die Tasche soll geräumig sein, mehrere Innentaschen bekommen und mit einer Klappe (wie bei einer Satteltasche) verschlossen werden.

Die Klappe soll aus einem bedruckten Stoff bestehen, wobei sich die Farben im Taschenkörper wiederfinden sollen, ergänzt durch weitere, energiereiche Farben. 

Wie ist nun der erste Probedruck auf Papier entstanden?


Zunächst habe ich mir das Logo der Auftraggeberin, das ich im Internet gefunden habe, ausgedruckt. Ganz altmodisch habe ich es auf Transparentpapier durchgepaust und dabei einen weichen Bleistift benutzt. Dann habe ich das Stück Transparentpapier auf Moosgummi gelegt und durch Nachfahren auf der anderen Seite die Graphitlinie auf das Moosgummi übertragen. Ausschneiden - fertig.  

Damit später beim Drucken wirklich nur der Moosgummiabdruck auf dem Stoff landet und nicht Farbreste, die vielleicht auf dem Holz gelandet sind, klebe ich das ausgeschnittene Motiv auf eine weitere Lage Moosgummi, schneide wieder mit einer Scherenschnittschere aus, wiederhole das Ganze noch ein drittes Mal. Nun ist die Mossgummischicht dick genug. Beide Spiralen werden auf einen passend zurechtgesägten Holzblock geklebt und fertig ist der Druckstempel. Natürlich muss das Motiv seitenverkehrt aufgeklebt werden, damit es nach dem Drucken richtig erscheint.


Hier kann man sehr gut die drei Schichten erkennen:



Nun erprobe ich das Druckergebnis mit Aquarellfarben auf kräftigem Papier. Das kam dabei heraus:


Ich bin zufrieden!


Den Stempel habe ich mit einem Pinsel, mit dem ich die unterschiedlichen Farben aus dem Kasten genommen habe, bestrichen, dann die Farben etwas ineinandergezogen, damit sie schön verlaufen und dann erst abgedruckt.

Der Traum hat sich aber noch weiter entwickelt. So habe ich vor, die Taschenklappe mit einer Paspel einzurahmen, die aus dem grünen Schrägband hergestellt werden wird.




Das Gesamtfarbkonzept ist auch bereits Bestandteil des sich entwickelnden Traums. So werden im Taschenkörper und im Futter folgende Farben eine Rolle spielen, evtl. auch noch ein fröhliches Orange. Es wird eine sehr energiereiche Tasche werden, das steht schon fest! 

Das Wollknäuel habe ich nur dazugelegt - es wird beim Gestalten vielleicht auch noch eine Rolle spielen, etwa bei einem Reißverschlussanhänger oder etwas Ähnlichem. 




 Drucken werde ich das Logo auf einem naturweißen BW-Stoff. 


Mein Herz hüpft vor Freude bei all dem. Kreativität belebt und erst recht, wenn man sich dabei innerlich mit einem Menschen verbinden kann ...