Mittwoch, 21. August 2019

Dehnen hält beweglich

Seit geraumer Zeit rufe ich morgens am PC die Sequenzen aus dem Sonntagmorgen-Training von Roland Liebscher-Bracht auf. Rückenschmerzen adé! Es tut mir wirklich gut, morgens gedehnt den Tag zu beginnen. In diesen Trainingssequenzen empfiehlt Roland L.-B. oft, einen Gürtel oder eine Trainingsschlaufe als Hilfsmittel für bestimmte Dehnungen zu verwenden. Da ich von einer Freundin einen lustigen Stoff geschenkt bekam, der mal einen Vorhang darstellte, der aber nicht mehr gebraucht wurde, schlug sie (die auch nach L-B übt) vor, ich könne ihr doch einen Gurt aus ihrem fröhlichen Stoff nähen. Warum nicht gleich zwei, einen für dich und einen für mich, bemerkte ich, dann können wir im gleichen Design üben. 

Das war fix getan:





Nun trägt auch noch das fröhliche Design zur guten Laune am Morgen bei!

Weißwäsche - neu verwertet

In einer Nähzeitschrift entdeckte ich diese kleine Sommerbluse. 


Gleich musste ich an die Weißwäsche denken, die ich aus verschiedenen Richtungen geschenkt bekommen hatte (danke, H. B. und C. H.!). Statt eine Spitze in den zugeschnittenen Stoff einzusetzen, wie es in der Anleitung vorgesehen war, müsste es bei der Weißwäsche doch möglich sein, den Schnitt gleich so aufzulegen, dass die Spitze an der richtigen Stelle sitzt. Noch dazu kommt ja, dass die Spitzenbordüren in den Weißwäschebezügen bzw. Überschlagslaken alle handgearbeitet sind. Was für eine Kostbarkeit aus damaliger Zeit! 

Ich nahm mir also verschiedene Weißwäscheteile vor und legte den Schnitt auf. Dabei fiel die Wahl auf eine wunderschöne Klöppelspitze. Daraus nähte ich dann folgende Bluse:


Im Unterschied zur Vorlage ließ ich die Spitze am Ärmelabschluss weg. Der Stoff ist reine Baumwolle, die Klöppelspitze in einem Naturweiß gearbeitet.

Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich gleich eine neue Idee hatte. Ich hörte in meiner Nähgruppe, dass es heute ganz einfach sei, Baumwoll- oder Leinenstoff in der Waschmaschine selbst einzufärben. Ich besorgte mir Simplicol Textilfarbe in Nachtblau und färbte ein großes Überschlagslaken aus Leinen mit einer Filethäkelspitze dunkelblau ein. Der Stoff wirkte anschließend sehr natürlich - mit leichten Unregelmäßigkeiten, die ihn sehr lebendig erscheinen lassen - ähnlich wie bei Jeansstoff. 

Die Bluse nähte ich nach dem gleichen Schnitt. Hier die traumhaft schöne Bordüre:



Ein Selfie vor dem Spiegel: 


Auf Stoffabfällen probierte ich danach aus, wie es aussehen würde, wenn ich auf dem gefärbten Stoff mit selbstgeschnittenen Stempeln aus Moosgummi eine Bordüre drucken würde. Die Probe, mit der ich sehr zufrieden bin:


Da lässt sich noch einiges kreieren!

Freitag, 16. August 2019

10.000!

Ihr Lieben,

heute verzeichnete mein Blog 10.000 Besuche. Darauf machte mich eine Verwandte aufmerksam. Danke, liebe H. B.!!

Zur Feier dieser hohen Besucherzahl will ich in der nächsten Zeit wieder öfter mal etwas posten. Es ist nicht so, dass nichts Kreatives mehr entstehen würde, aber ich habe halt so viel Kreatives gemacht, dass ich zum Bloggen kaum noch gekommen bin. Da die Besucherzahl aber anzeigt, dass hier doch gar nicht so selten hereingeschaut wird, werde ich dran denken, meine Werke öfter mal wieder zu zeigen, zu beschreiben, zu erklären. Anregungen aus dem Internet nutze ja auch ich, da gebe ich gern was zurück. Also ... bis bald!!!

Was Euch erwarten wird:

  • Ein Gurt für Fasziendehnungsübungen
  • Recycling-Projekte aus Weißwäsche
  • Bedrucken und Bemalen von Taschenflächen
  • Blusen, die vor dem Nähen bedruckt werden


Freut Euch drauf!

Und ich freue mich immer sehr über Rückmeldungen, die mir anzeigen, dass sich das Bloggen doch lohnt. Gell, H.? ;-)

Samstag, 20. Juli 2019

Hauptsache kreativ - noch ein Vögelchen

Kennt Ihr auch diese Noppenfolie? Als ich vor ein paar Tagen solch eine Folie in die Hand bekam, dachte ich, damit müsse man doch auch drucken können. Dachte es und probierte es aus.

Ich verteilte drei Textilfarben auf meiner Misch-Glasscheibe, vermischte sie mal so, mal so miteinander, um verschiedene Grüntöne zu erhalten. Dann pinselte ich sie auf die Noppenfolie, wechselte dabei die Farben nach Belieben.


Dann nahm ich ein Stück weißes Leinen, drückte es fest auf die Noppen, strich mehrmals darüber und zog den Stoff wieder ab. Nach dem Trocknen füllte ich die Zwischenräume mit einem Himmelblau aus, aber nicht mit Pinsel, sondern mit einem Textilstift. Denn ich sah in dem Noppenabdruck die Blätter eines Baumes, stark stilisiert, aber doch sehr ähnlich wie eine Laubkrone, durch die der Himmel blitzen sollte.


Auch die weißen Stellen der Blätter färbte ich vorsichtig mit dem blauen Stift ein.

Ich wählte aus meiner Sammlung von Dekostoffmustern einen passenden aus. Ja, der müsste harmonieren ...



Der aus Stoff ausgeschnittene Vogel gefiel mir nicht. Er sollte sich kontrastreicher vom Blätterdach abheben. Sehe ich nicht in der Baumkrone unseres Kirschbaums auch oft im Gegenlicht einen komplett schwarzen Vogel? So sollte es eine Amsel werden. Ich versah sie auf der Rückseite mit Vliesofix (Textilklebeschicht) und bügelte sie auf den Blättergrund. Natürlich bekam der Vogel noch das typische gelbe Auge und den gelben Schnabel des Amselmännchens. Ich applizierte ihn nun mit engem Zickzackstich fest auf den Untergrund.



Eine Amsel ohne Gesang? Das geht doch gar nicht! Also erhielt sie noch ein paar Noten dazu. Tiriliiiiii!
Für die Rückseite wählte ich einen farblich passenden Stoff - Weiß-Grün zu Weiß-Blau.



Ich schnitt die Ecken des Amselbildes ab und applizierte es mit kräftigem schwarzem Zickzackstich auf die Taschenvorderseite. Ja, ein Einkaufsbeutel sollte es werden.



Noch das Label dazu, dann Zusammennähen der beiden Taschenhälften ... einen passenden Tragegurt herstellen ...



... und fertig ist die zweite Vogeltasche! Ich habe sie gleich am nächsten Tag zu einem Geburtstag verschenkt und damit viel Freude bereitet, denn die Beschenkte liebt Amseln ganz besonders wegen ihres schönen Gesangs.



Vorder- und Rückseite:


Dienstag, 16. Juli 2019

Ein Themenbeutel - viele Vögel sind jetzt da!

Ich wollte eigentlich nur mal probieren, ob ich aus einem Stapel Weißwäsche eine neue Bettwäsche nähen könne. Da lagen noch Überschlaglaken herum, die voller Stockflecken waren. Also wurden die Exemplare, die noch im Keller in einem Karton ihr trauriges Dasein fristeten, inspiziert und mit OXO weiß gewaschen. Alle Flecken verschwanden! Ui, toll! 
Dann stellte ich fest, dass das Nähen von Bettwäsche doch ein etwas aufwändigeres Projekt darstellen würde. 
Gleichzeitig war mir klar, dass ich nach dem Waschen und Mangeln ja nun Unmengen von weißem BW-Stoff und von Leinen zur Verfügung habe, Stoffe, die sich wunderbar bedrucken oder bemalen lassen. Und dazu hatte ich viel mehr Lust!
Also probierte ich erst mal etwas aus. Zwei Vögel sollten es sein, zunächst auf einem Probestück.  Ich malte sie auf einem Stück weißer Baumwolle. Das wurde dann aber gleich so hübsch, dass ich nach einem passenden Stoff in meinem Vorrat suchte und beschloss, sie auf einen Einkaufsbeutel zu nähen. Den hatte ich nach einem Nachmittag fertig. Und nun kann ich ihn Euch zeigen:



Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich wohl in der nächsten Zeit noch mehr Exemplare kreieren werde.

Samstag, 27. April 2019

Mal ohne Farbe ... eine Handtasche in Kreisform

Ja, ich bin noch da ... und ich habe mir vorgenommen, doch öfter mal wieder etwas zu posten. Gewerkelt habe ich viel in letzter Zeit. Und durch den Verzicht aufs Posten natürlich auch mehr Zeit dafür gehabt. Es war mir einfach nicht so nach öffentlichem Schreiben, aber das, was ich heute fertig bekommen habe, möchte ich doch gern zeigen. Es hat sehr viel Spaß gemacht und viel Happy-Feeling erzeugt.

Jede Frau braucht eine schöne Tasche ... und eine reicht natürlich nicht. Nicht, wenn man eine Frau ist. Männern reicht ja die eine, die praktisch sein muss und möglichst unauffällig. Aber unsereins? Und dann auch noch, wenn man sie selbst nähen kann? Ich zähle meine Handtaschen nicht mehr ... sie hängen überall. Als Deko. Weil sie schön sind.

Und nun hat sich heute eine neue Tasche dazugesellt. So werde ich sie, wenn das Wetter so kühl bleibt, vermutlich zum ersten Mal ausführen:



Das Happy-Feeling entstand vor allem bei der Stoffauswahl und beim Zusammensetzen. Die Stoffe sind teilweise Reste von Stoffen, die ich mal gekauft habe oder Deko-Stoffmuster, die ich einer lieben Freundin zu verdanken habe. Ich habe bei der Auswahl darauf geachtet, dass die (Nicht-)Farben harmonierten, die Muster waren mir egal. Sie machen ja das Monochrome gerade lebendig.



Das Nähen der Rundungen im Außenstoff und im Futter forderte volle Konzentration. Da es dann aber geklappt hat, war ich noch glücklicher.




Aus dem Leder einer fast geschenkten Lederhose (aus Lammleder) entstand der Quast, der am Reißverschluss baumelt. Die Verbindung zum Reißverschluss besteht aus einem kurzen Stück schnurförmigem Schnürsenkel. Diesen habe ich zunächst mit Zickzackstich auf das Leder genäht und dann erst mit dem Wickeln und Kleben begonnen. So  sitzt er bombenfest.




Auch für den Tragegurt habe ich das Leder der Hose gebraucht, denn ich wollte dieses Material an der Tasche noch einmal wiederholen. Zuerst habe ich einen Gurt aus schwarzem Dekostoff genäht, anschließend das Leder darauf genäht. So wurde der Gurt sehr stabil.

Er ist verstellbar (mit der Leiterschnalle) und an beiden Enden mit einem Karabinerhaken an den D-Ringen der Tasche befestigt. So kann man den Gurt sogar abnehmen. Natürlich fand auch mein Label wieder einen passenden Platz.





Das cremeweiße Innenfutter stammt aus dem Musterfundus meiner Freundin. Ich habe ein kleines Reißverschlusstäschchen für Lippenstift & Co. eingebaut.




Noch ein paar letzte Eindrücke - Vorder- und Rückseite der Tasche sind fast gleich, ich habe sie nur von einer Seite fotografiert, wie mir gerade auffällt:





Eine Anleitung zu dieser Tasche ist zu finden in dem Heft 74/2019 aus der Reihe:


Derzeit z. B. hier erhältlich. Auch sonst ist das Heft recht ergiebig, finde ich.

Montag, 8. April 2019

Altes Hemd verwandelt sich in neue Bluse

Upcycling ist angesagt. Stoffe sind teuer. Kreativität macht Spaß. Stoffe kreativ upcyceln ... so kam es zu einem lustigen Projekt, das ich mit meinen Nähfreundinnen in unserer Nähstube durchführte. Alle, die mitgemacht haben, werden in Kürze mit ihren eigenen Blusen erscheinen, die sich so grundlegend von den anderen unterscheiden, wie wir kreativ sind und unsere Ideen umsetzen.

Es begann bei mir mit einem XXL-Hemd, das einer sozialen Organisation in unserer Stadt gespendet wurde. Es war ein ganzer Stapel bester Herrenhemden in großen Größen, von dem sich jemand trennen wollte. Die Hemden waren sauber, in bestem Zustand und gaben wegen ihrer Größe viel Stoff her. Wir erstanden sie für 1,50 € pro Hemd, was der Organisation wiederum zugute kommt.

Dann wühlte ich zusätzlich noch in meinem Stofffundus nach alten Hemden / Blusen, die ich meistens auch nicht wegwerfe, deren Stoff für kleine Projektgestaltungen noch geeignet sein könnten.  So kam folgendes Grundmaterial zusammen:


Das feingestreifte blau-weiße Hemd, 
ein schon zerschnittenes blau-weiß-kariertes Herrenhemd, 
eine zerschnittene Damenbluse in Orangegelb

Dazu wählte ich einen einfachen Blusenschnitt, der sich schon bei anderen Blusen bewährt hat. Die Bluse ist vorne in einem Stück geschnitten, hat hinten für die erforderliche Weite eine Kellerfalte und Ärmel nach Wahl (kurz, 3/4 oder lang - wie man wünscht). Der Ausschnitt ist rund und man kann die Bluse über den Kopf ziehen. 

Mein Tipp: Wenn man sich mal eine einfache Bluse gekauft hat, die gut sitzt, ist es nicht schwierig, sich davon einen Schnitt zu erstellen. 

Bevor ich die Stoffreste in meinem Fundus entdeckt hatte, war es zunächst geplant, nur das große Herrenhemd zu verwenden, doch als ich die Bluse in ihren Grundzügen fertig hatte, meinte mein Mann, ich sähe aus, als sei ich gerade einem Krankenhausbett entsprungen. Er hatte Recht ... das Blüschen wirkte fad, machte mich blass. Nein - da mussten ein paar Hingucker her, die der Bluse mehr Profil geben würden.

Also wurde hier getüftelt, da probiert ... und tadaaaa ... das kam zum Schluss dabei heraus:


Zu den Details:

Einfassung des Ausschnittrandes mit einem Schrägstreifen aus dem dunkelblauen Hemd

Eine gefakte Knopfleiste verleiht dem Ausschnitt
einen zusätzlichen Eyecatcher

Die Brusttasche des dunkelblauen Hemdes verwandelte sich
in ein schräg aufgesetztes Täschchen,
das zumindest ein Taschentuch fassen kann.

Auch der Ärmelaufschlag ist ein Fake,
macht die Bluse aber optisch sportlicher.
Vielleicht sollte ich mein Design für die Berufskleidung
einer bekannten deutschen Fluggesellschaft anbieten? ;-)

Im Rücken habe ich die Knopfleiste des Herrenhemdes
in einer Kellerfalte verschwinden lassen
und die Knöpfe abwechselnd in zwei Farben angebracht.

Die Knopfleiste im Rücken ist für die Weite erforderlich. Auch dient sie dem bequemeren Sitz der Bluse, wenn ich mich mal hinsetze, denn dann kann man die unteren Knöpfe öffnen, so dass die Bluse nicht so einengt.



Zum Abschluss noch einmal der Gesamteindruck von vorn und von hinten:



Und nun freue ich mich auf warme Frühlingstage ...