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Freitag, 28. April 2017

Kosmetiktücherbox mit Spiralen

Bereits Ende März habe ich eine zweite Hülle für eine Kosmetiktücherbox hergestellt, die ich heute zeigen möchte. Die Tücherbox steht in der Küche neben einem weißen Krug, der mit gelben Spiralen bemalt ist. Dazu soll die Box passen. Also geht es ab in den Keller in meine Druckwerkstatt.

Dort mische ich mir auf meiner Glaspalette zuerst die Farbe, die zu den gelben Spiralen passt.


Als Stempel benutze ich wieder die zuvor schon verwendete Spirale, außerdem einen Stempel mit kurzen Streifen und einen kleinen Schaumstoffstempel, der Punkte drucken soll. 



Der Stoff, von dem ich ja nicht viel brauche, ist schnell bedruckt. Zum Trocknen hänge ich ihn vor einen Heizlüfter, denn ich will ihn bald zum Nähen verwenden. Vor dem Verarbeiten wird er richtig heiß gebügelt, so dass die Farbe fixiert ist und der Stoff auch gewaschen werden kann.

Als Druckunterlage habe ich wieder den fein gestreiften BW-Stoff verwendet, aus dem ich schon die erste Wendehülle fürs Bad genäht habe.
 


So sieht die fertige Hülle dieses Mal aus:



Für die Innenseite habe ich einen Blümchenstoff verwendet, den ich in der Restekiste unserer "Nähstube" fand, in der ich mich wöchentlich mit anderen Hobbynäherinnen treffe. Wir tauschen immer wieder Reststoffe aus.

Da die Hülle eine Wendehülle ist, kann man sie auch mal mit Blümchenstoff verwenden, wenn man Lust hat.





Montag, 17. April 2017

Die nächsten Täschchen sind fertig

Das Herstellen kleiner Taschentuchhüllen geht flott und macht richtig Spaß, weil man zur Stoffgestaltung viele Techniken einsetzen und unzählige Motive erfinden kann. Heute zeige ich drei neue Täschchen.

Für Thea, ein Mädchen im Grundschulalter, sollte es etwas Märchenhaftes sein. Dabei wandte ich die Frico-Transfertechnik an. Dazu habe ich beliebige gebogene Streifen aus Hochglanzdruckseiten aus Illustrierten ausgeschnitten und dabei beachtet, dass es sich um grüne, blaue und violette Töne handelte.

Mit einem in Nagellack (acetonhaltig) getauchten Baumwollläppchen wischte ich die Farbe auf den Stoff. So entstanden Streifen, die an Nordlicht denken lassen. Das Einhorn habe ich im Internet gesucht und mit einem lila Stoffmalstift auf den Stoff gemalt.


Der Futterstoff, der größer ist als der Außenstoff, ist angenäht. Ich habe eine zum Nordlicht harmonierende Farbe ausgewählt.



Umgestülpt, zusammengenäht und den Namen mit Stoffmalstift aufgetragen - fertig! Von vorne:


Und von der Rückseite:



Der Schäfchenstoff für Hjalmars Täschchen brauchte etwas mehr Zeit, denn alle Schäfchen habe ich einzeln mit Textil-Liner von Rico aufgezeichnet. So sieht Hjalmars Täschchen fertig aus:




Und hier wieder die Rückseite:



Nikolais Täschchen sollte zu dem 14-Jährigen passen. So gestaltete ich seinen Stoff geometrisch mit deckenden "Textilpaintern plus" von Marabu. Ging wie's Brezelbacken und machte richtig viel Spaß!



Sonntag, 16. April 2017

Eine ganz besondere Tasche

Heute knüpfe ich an dieses Blogpost vom 7. April 17 an. Inzwischen sind 11 Tage vergangen, doch nun geht es mit Riesenmeilenstiefeln voran.

Ich hatte ja für das Design der Taschenklappe mit dem selbst hergestellten Logo der Auftraggeberin einen Probedruck mit Wasserfarben auf Papier vorgenommen. Für die geplante Paspel, die die Taschenklappe umrunden soll, habe ich zwei Schrägbänder in hellem und dunklem Grün besorgt. Welches ich nehmen werde, weiß ich noch nicht. Das wird erst entschieden, wenn der Stoff bedruckt ist.



Nun geht es ans Bedrucken des Stoffs.

Ich wähle einen naturweißen BW-Stoff, auf dem die Farben am besten zur Geltung kommen dürften. Zuerst zeichne ich mir ein Raster auf weißes Papier, das mir als Orientierungshilfe für das Anordnen der Stempeldrucke dienen soll. Zugleich zeichne ich den Umriss der Taschenklappe auf das Papier und lege nun dieses Rasterpapier zuerst auf meine Druckunterlage, darauf erst den Stoff, den ich am Rand mit Malerkrepp fixiere.



Nun werden mit einem Spachtel die infrage kommenden Farben auf meine Glaspalette gegeben: Gelb-Blau und Gelb-Rot. Für die jeweiligen Mischungen lege ich mir zwei Pinsel zurecht. Der Stempel wird sorgfältig mit den gewünschten Farbverläufen bestrichen. Dabei muss ich gut aufpassen, dass die Farben nur auf dem jeweiligen Spiralbogen landen. 

Ich habe auf den folgenden beiden Fotos mit Pfeilen verdeutlicht, wie ich bei dem Farbauftrag mit den verschiedenen Pinseln vorgehe:




Nun fertige ich zuerst zwei Probedrucke an. Dabei versuche ich, den Farbauftrag so identisch wie möglich vorzunehmen. Leichte Abweichungen und Unregelmäßigkeiten erlaube ich mir - es ist schließlich eine Handarbeit.



So sieht der frisch bestrichene Stempel vor dem Abdruck aus:



Nachdem der Probedruck gut gelungen ist, bedrucke ich den Stoff der Taschenklappenfläche. Wegen der durchscheinenden Unterlage kann ich genau sehen, wo ein Stempel abgesetzt werden muss. Anschließend setze ich in die großen Lücken noch Punkte in Grün und Orange, die den gesamten Druck noch etwas auflockern. 


Ich hänge den Stoff zum Trocknen auf und freue mich über das gelungene Ergebnis.


Zum Nähen der Tasche wird es einen Extra-Blogpost geben.

Freitag, 7. April 2017

Auftrag mit Happy-Effekt

Ich darf wieder etwas Neues kreieren.

Eine junge Frau fragte mich, ob ich ihr eine Tasche nähen könne. Ihre Stofftasche falle so nach und nach auseinander und sie brauche eine neue. Dieser Frau habe ich allerhand zu verdanken, ihre Art zu denken und zu fühlen ist mit meiner kompatibel, so machte ich mich freudig ans Träumen - les rêves grandissent!

Was dabei bis jetzt herauskam, will ich heute dokumentieren. Der Traum beginnt, wandelt sich, ist noch nicht vollendet. Aber erste Formen und Farbwelten entwickeln sich. 

Lieber Blogbesucher, liebe Blogbesucherin ...

hier wird nicht gezeigt, wie man eine Tasche näht, sondern vielmehr, wie man innerlich Kontakt mit dem Wesen der Welt, dem Wesen eines Menschen aufnimmt, sich im Traum damit vereint und den Traum sprechen lässt. Es geht um Kreativität, nicht um Nähanleitungen. Wie man Taschen näht, dazu haben schon unzählige andere Menschen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Internet veröffentlicht. Dafür kann ich gar nicht oft genug DANKE sagen, denn ihnen verdanke ich schließlich, dass ich meine Träume umsetzen kann. Sie können das viel besser als ich, das Erklären in kleinen Filmchen, die man einfach aufruft und denen man Schritt für Schritt folgen kann. Außerdem gibt es auch noch gute Bücher und Zeitschriften, die einem beim Erlernen von Nähtechniken helfen. Mein wichtigstes Buch ist ALLES SELBST GENÄHT von Reader's Digest. Ein Buch, das ich erst aus der Hand geben werde, wenn ich definitiv nichts mehr nähen werde. Ansonsten gibt es Spezialzeitschriften und -bücher zum Nähen von Taschen, besonders hilfreich finde ich Die Nähbibel (in mehreren Folgen, die noch fortgesetzt werden). Deren Website simply-kreativ.de veröffentlicht viele hilfreiche Ratschläge, auch als Videosequenzen. Außerdem gibt es zu jedem Heft eine DVD, die genau zeigt, wie's geht. So viel zum Technischen.

Doch nun zurück zu meinem Traum:

Wenn ich mich beim Verlassen des Hauses umdrehe, in dem ich mit der Auftraggeberin Kontakt hatte, sehe ich dieses energiereiche Symbol am Fenster kleben. Schwupps - war das Symbol in meinem neuen Taschentraum gelandet! 

So zeichnete ich zuerst einen groben Plan. Die Tasche soll geräumig sein, mehrere Innentaschen bekommen und mit einer Klappe (wie bei einer Satteltasche) verschlossen werden.

Die Klappe soll aus einem bedruckten Stoff bestehen, wobei sich die Farben im Taschenkörper wiederfinden sollen, ergänzt durch weitere, energiereiche Farben. 

Wie ist nun der erste Probedruck auf Papier entstanden?


Zunächst habe ich mir das Logo der Auftraggeberin, das ich im Internet gefunden habe, ausgedruckt. Ganz altmodisch habe ich es auf Transparentpapier durchgepaust und dabei einen weichen Bleistift benutzt. Dann habe ich das Stück Transparentpapier auf Moosgummi gelegt und durch Nachfahren auf der anderen Seite die Graphitlinie auf das Moosgummi übertragen. Ausschneiden - fertig.  

Damit später beim Drucken wirklich nur der Moosgummiabdruck auf dem Stoff landet und nicht Farbreste, die vielleicht auf dem Holz gelandet sind, klebe ich das ausgeschnittene Motiv auf eine weitere Lage Moosgummi, schneide wieder mit einer Scherenschnittschere aus, wiederhole das Ganze noch ein drittes Mal. Nun ist die Mossgummischicht dick genug. Beide Spiralen werden auf einen passend zurechtgesägten Holzblock geklebt und fertig ist der Druckstempel. Natürlich muss das Motiv seitenverkehrt aufgeklebt werden, damit es nach dem Drucken richtig erscheint.


Hier kann man sehr gut die drei Schichten erkennen:



Nun erprobe ich das Druckergebnis mit Aquarellfarben auf kräftigem Papier. Das kam dabei heraus:


Ich bin zufrieden!


Den Stempel habe ich mit einem Pinsel, mit dem ich die unterschiedlichen Farben aus dem Kasten genommen habe, bestrichen, dann die Farben etwas ineinandergezogen, damit sie schön verlaufen und dann erst abgedruckt.

Der Traum hat sich aber noch weiter entwickelt. So habe ich vor, die Taschenklappe mit einer Paspel einzurahmen, die aus dem grünen Schrägband hergestellt werden wird.




Das Gesamtfarbkonzept ist auch bereits Bestandteil des sich entwickelnden Traums. So werden im Taschenkörper und im Futter folgende Farben eine Rolle spielen, evtl. auch noch ein fröhliches Orange. Es wird eine sehr energiereiche Tasche werden, das steht schon fest! 

Das Wollknäuel habe ich nur dazugelegt - es wird beim Gestalten vielleicht auch noch eine Rolle spielen, etwa bei einem Reißverschlussanhänger oder etwas Ähnlichem. 




 Drucken werde ich das Logo auf einem naturweißen BW-Stoff. 


Mein Herz hüpft vor Freude bei all dem. Kreativität belebt und erst recht, wenn man sich dabei innerlich mit einem Menschen verbinden kann ...

Freitag, 10. Februar 2017

Erste Druckversuche auf Papier

Meine ersten Druckversuche habe ich auf Papier vorgenommen. Dazu benutzte ich zuerst die Herzchen, die beim Ausschneiden der Scheunenrose abgefallen sind. Als Farbe dienten mir meine alten Deckfarben.
Auch einen Stempel mit Spiralmotiv habe ich hergestellt, ebenso aus Moosgummi. Dann habe ich auf Ingres-Papier mit beiden Motiven gedruckt.

Das Spiralmotiv habe ich in verschiedenen Größen mehrfach auf ein Blatt Papier kopiert und das Ergebnis ausgedruckt, die Rückseite des ausgewählten Motivs mit Graphit geschwärzt und von der Vorderseite aus das Motiv auf Moosgummi übertragen (mit einem harten Bleistift), dann die Spirale aus dem Moosgummi ausgeschnitten und auf Styropor geklebt. Ein neuer Druckstock war fertig.
In dem Schreibheft dokumentiere ich handschriftlich, was ich wann und wie gemacht habe, denn ich komme nicht jeden Tag zum Bloggen.

Erste Druckversuche mit dem Herzchenstempel, links zu sehen.

Hier habe ich beide Stempel miteinander kombiniert.
Was mir noch nicht gefällt, ist das Styropor als Motivträger. Es ist mir zu krümelig. Mal sehen, ob ich meinen Schatz überreden kann, mir an der Kreissäge aus Holzresten jedes Mal einen stabileren Motivträger zu sägen.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Lippische Rose meets Valdres-Scheunenrose

Heute fiel mir beim Bügeln ein, dass ich zwar durch und durch ein Nordlicht bin, dennoch gleichzeitig eine Lipperin. Plötzlich erinnerte ich mich an etwas ...

Wir Lipper haben ein Wappenzeichen, die Lippische Rose. Und die entdeckte ich im Jahr 2007 ... ja wo wohl? IN NORWEGEN!!!


Diese Darstellung hing im Valdres Folkemuseum in dem norwegischen Ort Fagernes. Als ich die Darstellung erblickte, dachte ich, ich sehe nicht richtig. Das ist doch "unsere" lippische Rose!!! Zwar sehr einfach gezeichnet, doch unverkennbar.

Man vergleiche bitte:

Von ludger1961 Achim1999 - Eigenes Werk after
http://www.kreis-lippe.de/SiteCollectionImages/lipp_rose_alt.jpg,
CC BY-SA 3.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4645266

Ja, wie kam denn nun unser adeliges Wappenzeichen ins Valdres?

Dahinter steckt eine interessante Geschichte, die ich heute erzählen möchte.

Im Valdres-Folkemuseum fand ich folgende Erklärung zum Zusammenhang zwischen der Lippischen Rose und der Scheunenrose im Valdres:

Die Scheunenrose, die man an vielen Scheunen im Valdres vorfindet, so wurde dort in einer aushängenden Schrift erklärt, sei von Deutschland über Amerika nach Valdres gewandert. Scheunenrosen gebe es in Norwegen auch nur im Valdres und nirgends sonst.

Worin besteht denn nun die Verbindung?

Mitte der 1890er-Jahre, so hieß es, habe der Baumeister Erik Erikson Mu (1870 - 1950) aus Rogne in Øst-Slidre für einige Zeit in den USA gelebt. Dort sei er Lehrling beim Baumeister Jan Linnermann gewesen, der ursprünglich aus Lippe kam. Der Deutsche Linnermann habe dann dem Norweger von unserem lokalen adeligen Wappen erzählt, dessen Ursprung schon im Mittelalter liegt.

Auch die religiösen Gemeinschaften der Mennoniten, der Amish und der Dutch haben das Symbol teilweise aus Deutschland mit in die USA gebracht.

Diese Religionsgemeinschaften nutzten es in Form der Scheunenrose, die sie Hex Signs nannten. In der Form dieser Volkskunst symbolisierten sie freies Eigentumsrecht kontra Feudalismus oder sollten vor bösen Geistern, Feuer, Blitz und Krankheit schützen.

Der Norweger Erik Erikson Mu hat solche Scheunendekorationen wohl in den USA gesehen. Auf dieser Seite wird eine solche Scheune gezeigt (bis zur Seitenmitte herunterscrollen). Als Mu nach Valdres zurückkam, baute er eine Reihe von Scheunen, die mit Scheunenrosen in verschiedenen Varianten versehen wurden. Viele von ihnen hatten mit der Lippischen Rose die Fünfteilung gemeinsam, doch gibt es daneben auch vier- oder sechsteilige.

Die Gesellen, die Mu ausbildete, übernehmen den Brauch bis in die 1920er-Jahre.

Die alten Scheunenrosen waren offen, so dass der Raum dahinter durchlüftet wurde, doch die neuen sind nur zur Zierde an die Wand genagelt.

Frei nach: Begleittafeln an der Darstellung der Valdresrosen im Folkemuseum Fagernes

Nachdem ich dies alles erfahren hatte, juckte es mir geradezu in den Fingern, aus Moosgummi einen Druckstempel in Form einer Valdres-Scheunenrose zu entwerfen.

So ging ich dabei vor:


Dieses Foto einer authentischen Scheunenrose aus dem Valdres gefiel mir und ich beschloss, deren Form auf Papier zu übertragen.
Dabei schaute ich mir das Foto genau an und machte mir Gedanken zu der Symmetrie. Die Form besteht aus fünf gleichen Teilen, deren Hauptbestandteil je ein Herz ist.




So nahm ich Kästchenpapier und experimentierte mit Zirkel und verschiedenfarbigen Stiften herum (links im Bild). Doch es musste ja ein Steg stehen bleiben, der nachher auf dem Druckstock erhaben wäre und den man dann mit Farbe auf den Stoff übertragen könnte. Also zeichnete ich von dem Vorhandenen mithilfe von Transparentpapier die Elemente so heraus, dass helle Druckstege übrig blieben (unten und oben rechts im Bild). Dabei vereinfachte ich das Zeichnen, indem ich nur einen Teil der fünfteiligen Form zeichnete und sie durch Drehen des Transparentpapiers und Durchzeichnen des einen fertig gezeichneten Teils die ganze Figur erschuf.




Anschließend wurde die fertige Scheunenrose eingescannt, als Bild gespeichert, in ein Worddokument eingefügt und mehrfach kopiert. Jedes einzelne Element erhielt eine andere Größe, Die Größen weichen jeweils um einen halben Zentimeter voneinander ab. So habe ich eine Auswahl zur Herstellung verschiedener Druckstöcke, wenn ich sie unterschiedlich groß brauche.

Ich wählte eine der Abbildungen aus und schwärzte sie von der Rückseite mit einem Bleistift (8B = sehr weich). Dies ist auf dem vierten Bild zu sehen.




Ich legte die geschwärzte Seite auf Moosgummi in heller Farbe und zog auf der Vorderseite des Papiers mit einem harten Bleistift (Kuli geht auch) die Linien nach, so dass sich das Graphit auf das Moosgummi übertrug. Dann schnitt ich die Figur mit einer Nagelschere aus. Auch eine Stickschere müsste dazu geeignet sein.



Vier der dabei abfallenden Herzen schienen mir noch für Druckzwecke geeignet, also warf ich sie nicht weg.




Heute ist also eine Symbiose zwischen dem deutschen Lipperland und dem norwegischen Valdres gelungen - als Grundmotiv für ein Taschenobjekt. Ich bin selbst ganz gespannt, was daraus werden wird.

Zum Abschluss des heutigen Posts möchte ich noch zeigen, wie mir die Valdres-Scheunenrose (Låverose) im Museum in Fagernes begegnete:


Oben rechts wurde eine Skizze der lippischen Rose aufgehängt, rechts unten weist man auf ein so genanntes "hex sign" hin, wie man sie häufig an Stallungen in den USA finden kann. Darüber hing eine Zusammenstellung unterschiedlicher solcher Zeichen und die große Scheunenrose auf der roten Wand könnte eine von einer Originalscheune abgenommene Rose sein. So kann man auch sehen, wie groß sie teilweise gearbeitet wurden.

Eine Norwegerin (Rønnaug Sørlie) äußerte sich zum Brauch der Anbringung einer Scheunenrose u. a. so:

DIE VALDRESROSE

Als der Baumeister Erik Erikson Mu aus Kansas City / USA ins Valdres nach Norwegen zurückkehrte, baute er mehrere Scheunen mit Rosen in verschiedenen Varianten. Auch sein Lehrling baute Scheunen mit Rosen bis in die 1920er-Jahre. Hinter den Rosen der frühen Jahrgänge befand sich normalerweise eine Lüftungsöffnung. Spätere Scheunenrosen wurden nur noch als dekoratives Element auf den Wänden angebracht.
Die Rosen, die Mu nach Norwegen brachte, werden Valdresrosen genannt und der Brauch, damit die Scheunen zu schmücken, verwurzelte sich im ganzen Valdres. Die Valdresrose wurde quasi zum Zeichen dieses Tales.

(Anmerkung: Wobei an anderer Stelle diese verschlungene Form aus zwei Drachenköpfen als Valdresrose, aber auch als Valdresherz und Logo des Valdres bezeichnet wird.)

Wenn ich in Norwegen herumreise, so schreibt Rønnaug Sørlie weiter, sehe ich sehr selten Dekorationen auf Scheunenwänden, jedenfalls keine Scheunenrosen. Es scheint sich wohl niemand zu trauen, eine Valdresrose auf eine Scheunenwand in der Telemark oder in Nordland zu setzen?
Ich beschäftige mich viel mit Häusern und ich finde es toll, dass wir unsere Häuser schmücken.
Auf einer Fahrt von Hedalen nach Vang sehe ich Valdresrosen auf vielen Scheunenwänden, aber sie treten vor allem von Bjørgo an weiter im Norden auf. Ich habe mich oft gefragt, warum.
Warum waren die Süd-Aurdaler nicht so eifrig darin, ihre Scheunen mit dem zu schmücken, was das Valdres kennzeichnet?
Manche sagen, dass sich unsere Identität nach Süden hin, nach Ringerike, orientiert. Gleichzeitig erlebe ich, dass viele Hedalener daran interessiert sind, dass sie zum Valdres gehören.
Das Tal, das sich vereinigt hat zum Marktführer, der viel Geschichte vorzuweisen hat, der außerdem auch außerhalb Norwegens bekannt ist, sowohl, was Natur und Kultur, als auch, was Essen und Sprache betrifft.
Wenn wir ins Valdres hineinfahren, wissen wir, wo wir hinkommen. Dort treffen wir auf das Emblem, das zum offiziellen Valdreslogo wurde, (s. Link weiter oben) das Logo, das den Valdres Natur- und Kulturpark kennzeichnet und außerdem vieles, was wir im Valdres produzieren.  

Anmerkung: Auch dieser Betrieb verwendet das Valdres-Logo auf seiner Website Valdresporten = Tor ins Valdres..

Das Emblem zeigt uns, dass wir in ein Tal kommen, das gemeinsam daran arbeitet, Besucher willkommen zu heißen, das gemeinsam Touristenangebote entwickelt und das gemeinsam daran arbeitet, das Valdres in eine geschlossene Einheit zu verwandeln.
Da finde ich, dass wir auch unsere Scheunenwände dekorieren sollten, um unsere Besucher im Valdres zu begrüßen. Wenn ein Besucher eine Scheunenwand mit einer Valdresrose darauf antrifft, kann er keinen Zweifel daran haben, dass er im Valdres angekommen ist. Ich finde, wir können stolz sein auf die Valdrerose, weil sie schön gearbeitet ist, weil sie eine alte Geschichte hat und weil sie ein Tal kennzeichnet, das seine Geschichte bewahrt.

Quelle, aus der ich diesen Text gespeist habe:

Dem möchte ich nur noch hinzufügen, dass ich finde, dass genau dasselbe für unsere Lippische Rose gelten sollte. Und ich freue mich schon jetzt darauf, diese ähnlichen Symbole demnächst in einem Taschenprojekt miteinander zu verbinden.

Originaltext auf Norwegisch:
Valdresrosa
RØNNAUG SØRLIE
De religiøse sektene Mennoniter, Amish eller Dutch, bor i flere amerikanske stater, og stammer delvis fra Rheinland og Westfalen i Tyskland, eller Holland. Her har de låveroser som de kaller ”hexagoner”  eller ”hex signs”. Rosene kan symbolisere fri eiendomsrett, eller trolldomssymbol som vern mot vonde makter, brann, lynnedslag eller sykdom.Byggmester Erik Erikson Mo (1870–1950) fra Rogne i Østre Slidre, var i Kansas City i USA flere ganger før 1900. Han gikk i lære hos en byggmester fra Westfalen i Tyskland. Han reiste tilbake til Valdres og bygde en rekke låver med roser i flere varianter. Hans læregutter bygde også flere låver med roser til ut på 1920-rallet. Bak rosa på gamle låver er det vanligvis lufteåpning. Nyere låveroser er satt opp på veggen kun til pynt.I Tyskland er ”die lippische Rose” et kjent dekorasjonselement i lokale adelige våpenskjold fra middelalderen.
Låverosene som Erik Erikson Mo brakte med seg til Norge, kaller vi Valdresrosa, og skikken om å dekorere låver fikk rotfeste i Valdres. Valdresrosa har blitt Valdres sitt varemerke.Når jeg reiser rundt i Norge, ser jeg svært sjelden dekorasjoner på låvevegger, i alle fall ser jeg aldri Valdresrosa.  Ingen tør vel å sette opp ei Valdresrose på en låve i Telemark eller i Nordland?
Jeg er opptatt av hus, og synes det er flott at vi dekorerer husa våre.På tur fra Hedalen til Vang, ser jeg Valdresrosa på mange låvevegger, men det er først og fremst fra Bjørgo og nordover at Valdresrosa er brukt. Jeg har ofte lurt på hvorfor. Hvorfor har sør-aurdølene ikke vært så ivrige i å pynte låven sin med det som kjennetegner Valdres?
Noen sier at vår identitet er mot sør, mot Ringerike. Samtidig opplever jeg at mange hedølinger er opptatt av å være fra Valdres. Dalføret som markedsfører seg samla, som har mye historie å ta vare på, og som har klang ute i Norge for øvrig, både når det gjelder natur og kultur, mat og språk.Når vi kommer kjørende inn i Valdres, vet vi hvor vi kommer. Da møter vi emblemet som er blitt den offisielle Valdres logoen, den som kjennetegner Valdres Natur-og kulturpark, og mye av det vi produserer i Valdres. Emblemet forteller at vi kommer til en dal som samarbeider om å møte besøkende, som samarbeider om tilbud til turistene, og som samarbeider om å gjøre Valdres til en samla enhet.Da tenker jeg at kanskje skulle vi også dekorere låveveggene våre for å hilse besøkende velkommen til Valdres. Når besøkende møter en låvevegg med Valdresrose på, er det ingen tvil om hvor han er kommet. Jeg synes vi kan være stolte av Valdresrosa fordi den er fint laga, den har en gammel historie og den vil kjennetegne et dalføre som tar vare på historien sin.