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Freitag, 29. September 2017

Taschentuchtäschchen - im Frühjahr war's

Wie ich eben in meiner Bildersammlung entdeckte, gibt es dort kleine Projekte, die ich noch nicht im Blog gepostet habe. Das will ich nun endlich nachholen.

Dieses kleine Taschentuchtäschchen entstand schon zu Beginn dieses Jahres ...

Kleinste Stoffreste in harmonierenden Farben werden nach Lust und Laune zusammengenäht.

So sieht das auf der Rückseite aus.

Das gepatchte Stück wird nun mit einem weißen Stoffmalstift frei bemalt. Dabei werden besondere Vorlieben des Beschenkten bedacht - ein Bücherwurm ist er.

Das Innenfutter, das außen immer als schmaler Streifen hervorlugt, ist in diesem Fall leuchtend grün und setzt sich fröhlich von den Blau- und Türkistönen ab. Hier die Oberseite ...

... und die Unterseite.

Es harmoniert gut mit diesem fröhlichen Täschchen, das seine Mutter bekam.

Freitag, 28. April 2017

Ein kleines Geschenk - von gestern auf heute

Die nette Verkäuferin aus unserem Zeitschriftengeschäft hatte heute ihren letzten Arbeitstag. Sie geht in die wohlverdiente Rente nach 51 (!) Arbeitsjahren. Ich erfuhr es erst gestern Nachmittag. Sie hat mir so oft Sonderwünsche erfüllt, war immer so aufgeschlossen und nett, hatte stets einen aufbauenden Spruch auf Lager - dieser Frau wollte ich gern ein kleines Geschenk zum Abschluss überreichen. So kam ich gestern aus meiner Nähstube vor fast Mitternacht nicht heraus und beglückte mich selbst mit einem Farbenrausch, den ich wohl intuitiv richtig zusammenstellte.


Aus dem Schnipselstapel wird wieder ein Grundstoff zusammengestellt. Dieses Mal betone ich alle geraden Linien mit rechts und links parallel dazu genähtem Geradstich.

Vorderseite

Auf der Rückseite müssen die am Ende der Geradstichlinien mitten im Stoff endenden Fäden verknotet werden.

Rückseite mit verknoteten Fadenenden

Für das Futter wähle ich dieses Mal einen dünnen Futterstoff in Schwarz, der die Farbigkeit des Außenstoffs noch mehr unterstreicht. Er erscheint auf der Oberseite des Täschchens dann als Einrahmung der Öffnung.


Da der Schlitz beim Einfüllen der 10 Papiertaschentücher etwas sperrt, erhält er einen kleinen Verschluss. Dazu nähe ich eine Knopföse aus Stoff, auf die ich einen grünen Knopf (als Fake) aufnähe. Er dekoriert die Schlaufe lediglich. Darunter nähe ich einen schwarzen Druckknopf an, mit dem das Täschchen geöffnet und geschlossen wird.

Als Hintergrund für die folgenden Fotos diente mir mein neues Frühlingstuch mit dem Namen "Eukalyptustuch".



Die Rückseite des Täschchens

Das kleine Geschenk würde auch zu der vor ein paar Tagen gefertigten Handtasche passen.

Heute Mittag nun kam der spannende Moment der Übergabe. Die Beschenkte hat sich sehr gefreut ("Toll, da habe ich immer etwas, was mich an Sie denken lässt!") ... und ich erst - denn:

Sie trug ein schwarzes Oberteil und dazu einen apfelgrünen feinen Schal!

Neue Machart

Kein Teil wird wie ein vorheriges, selbst meine Techniken ändere ich oft von einem Projekt zum nächsten. Nur so bleibt der Spaß des Neukreierens erhalten. Und nur so bleiben die Ergebnisse originell, weil sie halt absolute Unikate sind.

Heute nähe ich ein Tachentuchtäschen, für das ich den Stoff von Anfang an selbst kreiere. Ein Haufen Schnipsel bildet die Ausgangslage.


Nach Lust und Laune füge ich nun Schnipsel zusammen, wobei Größe und Form keine Rolle spielen. Nur die Farben setze ich so zusammen, dass sich schöne Kontraste ergeben.

So setze ich ein Stück ans andere ... bis ein Stoffstück entstanden ist, aus dem ich nach dem vorhandenen Schnitt ein Rechteck ausschneiden kann.

Vorderseite
Die schäbigere Rückseite - sie erinnert mich an Eva Schmutterers Collagenrückseiten

Nun suche ich für den Futterstoff, der ja auf der Vorderseite später den Öffnungsschlitz umrandet, eine harmonierende Farbe aus und schneide ihn zu.



Bevor ich den Futterstoff annähe, gestalte ich den Außenstoff mit lustigen Mustern, die ich mit einem weißen Stoffmalstift auftrage.



Der Futterstoff wird rechts auf rechts auf den Außenstoff genäht und das Ganze wird umgestülpt. Nun wird direkt am Futterstoffstreifen entlang einmal mit Steppstichen genäht.


Gabriele zeigt in einem kleinen Video genau, wie's geht.

Der Verschluss ist nur mit einem Knopf dekoriert, darunter verbirgt sich ein Druckknopf, mit dem man das Täschchen öffnen und schließen kann.


Den Namen schreibe ich mit einem Stoffmalstift auf den Futterstreifen. So sieht das Täschchen von der anderen Seite aus:


Mittwoch, 19. April 2017

Gut getroffen!


Bei den Zufallswischereien mit der Frico-Transfer-Technik kann man nie genau vorhersagen, wie das Ergebnis aussehen wird. Es hängt davon ab, was die vom Papier heruntergewischte Farbe hergibt, wie sie auf dem Stoff erscheint, in welche Richtungen man das Baumwolläppchen bewegt hat. Doch dieses Mal ist mir offensichtlich das Gewünschte sehr gut gelungen. Heute öffnete ich eine Website, auf der die besten Fotos von Himmelserscheinungen gewürdigt wurden. Dabei stieß ich ganz zufällig auf ein Foto, das deutlich macht, wie sehr meine "gewischten" Polarlichter der Realität entsprechen. Hier der Vergleich:

Taschentuchhülle vor Polarlichtfoto



Montag, 17. April 2017

Die nächsten Täschchen sind fertig

Das Herstellen kleiner Taschentuchhüllen geht flott und macht richtig Spaß, weil man zur Stoffgestaltung viele Techniken einsetzen und unzählige Motive erfinden kann. Heute zeige ich drei neue Täschchen.

Für Thea, ein Mädchen im Grundschulalter, sollte es etwas Märchenhaftes sein. Dabei wandte ich die Frico-Transfertechnik an. Dazu habe ich beliebige gebogene Streifen aus Hochglanzdruckseiten aus Illustrierten ausgeschnitten und dabei beachtet, dass es sich um grüne, blaue und violette Töne handelte.

Mit einem in Nagellack (acetonhaltig) getauchten Baumwollläppchen wischte ich die Farbe auf den Stoff. So entstanden Streifen, die an Nordlicht denken lassen. Das Einhorn habe ich im Internet gesucht und mit einem lila Stoffmalstift auf den Stoff gemalt.


Der Futterstoff, der größer ist als der Außenstoff, ist angenäht. Ich habe eine zum Nordlicht harmonierende Farbe ausgewählt.



Umgestülpt, zusammengenäht und den Namen mit Stoffmalstift aufgetragen - fertig! Von vorne:


Und von der Rückseite:



Der Schäfchenstoff für Hjalmars Täschchen brauchte etwas mehr Zeit, denn alle Schäfchen habe ich einzeln mit Textil-Liner von Rico aufgezeichnet. So sieht Hjalmars Täschchen fertig aus:




Und hier wieder die Rückseite:



Nikolais Täschchen sollte zu dem 14-Jährigen passen. So gestaltete ich seinen Stoff geometrisch mit deckenden "Textilpaintern plus" von Marabu. Ging wie's Brezelbacken und machte richtig viel Spaß!



Donnerstag, 13. April 2017

Tatütataaaaa!

Ich finde sie ja albern, diese Bezeichnungen, die Ernsthaftes ins Lächerliche ziehen. Denn ernsthaft ist der Anlass wirklich, aus dem ich ein neues kleines Nähprojekt entwickelt habe. 

Es geht um Taschentüchertaschen, von vielen Ta-Tü-Ta genannt. Daher die Post-Überschrift ... nun ja ... ich bin auch oft albern ...

Wie kam ich zu der Idee, mehrere solcher Täschchen zu nähen?

Die Nachbarin einer Mitnäherin aus meiner "Nähstube", in der wir uns wöchentlich treffen, war Witwe geworden und wollte die Krawatten ihres Mannes entsorgen. Ich erwähnte dies bereits in einem früheren Post, in dem ich mein Theatertäschchen vorstellte, in das ich zwei Krawatten "einbaute".

Nun wollte ich dieser Dame ein Dankeschön für die Krawattenspende zukommen lassen und nähte aus einer der Krawatten ein solches Täschchen. Ich stellte mir gerade vor, dass die Dame vielleicht ab und zu mal ein paar Tränen verdrückt, weil sie nun allein ist, als das Telefon klingelte. Das Täschchen war fast fertig ...




Der Anruf brachte mich völlig aus dem Gleichgewicht. Der Sohn ganz lieber Freunde von uns war gestorben und mir fehlten die Worte. Demnächst würden wir sie alle besuchen, die Angehörigen, die alle nah beieinander wohnen. Was mitbringen? Wie würden wir unser Mitgefühl zum Ausdruck bringen?

Noch ohne Idee ging ich wieder an mein Werk ... das Täschchen fertigstellen. Doch plötzlich wusste ich, was ich mitbringen würde ... für jeden ein Taschentuchtäschchen!

So ging es gleich weiter.

Zuerst fertigte ich nochmal einen Prototyp, denn mir hatte jemand den Tipp gegeben, die voreinander stoßenden Streifen auf der Oberseite doch lieber überlappend zu nähen. So probierte ich das erst mal aus. Das Ergebnis gefällt mir nicht:


Die Streifen, die sich aus dem Innenfutter nach außen stülpen, überlappen sich nur teilweise, sind außerdem schief genäht. Dann habe ich auch noch eine wichtige Steppnaht vergessen zu nähen. Okay, für meinen Eigengebrauch ist das Täschchen okay, aber nicht zum Verschenken.

Ich fertigte ein weiteres Täschchen, bei dem der eine überlappende Streifen etwas breiter werden sollte, um später noch den Namen der/des Beschenkten darauf schreiben zu können. Mit diesem Ergebnis bin ich nun sehr zufrieden. Ein ganz feines Täschchen ...


Dann habe ich heute noch den Stoff für das Täschchen von Elses Mann entworfen. Er züchtet Tiere ... ja, genau diese:


Eine erste Probe ist fertig. Ich habe die Schäfchen auf den Stoff mit Textil-Linern (Rico Design) in Braun gezeichnet. Ja, so gefällt mir der Stoff. Allerdings werde ich die Schäfchen schräg zum Fadenverlauf zeichnen, dann wirkt das Täschchen nicht so streng.

So, nun bin ich müde ... Ostern habe ich Zeit zum Weitertüfteln ...