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Freitag, 25. August 2017

Für zwischendurch ... Brillenetuis

Aus Stoffmusterkatalogen kann man sehr viel Schönes gestalten, allerdings in der Regel nur Kleinteile, da man für diese ja nur kleine Stoffstücke braucht. Oft enthalten solche Musterkataloge Stoffe mit verschiedenen Mustern und gleichen Farben oder umgekehrt - mit gleichen Mustern in verschiedenen Farben, je nachdem, wie man es sieht. 

Aus meinem inzwischen ordentlich gewachsenen Stoffstapel wählte ich heute etwas Frisches, Sommerliches, um daraus Brillenetuis zu nähen. Meine Wahl fiel auf vier Stoffmusterstücke, die sich nur in den Mustern unterscheiden. Aus ihnen ließen sich zwei Brillenetuis für kleinere Brillen herstellen. Die gezeigte Brille bräuchte ein etwas größeres Etui, aber auch solche will ich noch nähen. Die gezeigten Etuis passen am besten zu Lesehilfen.

Wie man sieht, gab es das eine Stoffmuster im Positiv-Negativ-Druck, was mir ermöglichte, das Etui in zwei Bereiche zu unterteilen und es damit interessanter zu gestalten.

Die Reißverschlusszipper habe ich mit einem kleinen hellgrünen Lederbändchen besser greifbar gemacht, die ich aus Lederresten geschnitten und in den Zipper geknotet habe.



Der Futterstoff beider Etuis besteht jeweils aus einem anderen Druck, wobei sich der untere Teil des Außenstoffs jeweils in dem Putztüchleinfach wiederfindet.



Hier kann man bei genauem Hinsehen erkennen, dass sich die Futterstoffe unterscheiden:



Tipps zur Verstärkung:

Auf die linke Seite des Außenstoffs habe ich einfaches Volumenvlies (H 630) aufgebügelt. Den Futterstoff habe ich mit einem kräftigen Bügelvlies verstärkt, das dem Etui mehr Festigkeit gibt. So ist es zugleich fest im Stand und auch weich im Griff. 

Bei dem Reißverschluss handelt es sich um Meterware mit dazugekauften Zippern, denn man braucht ja nur einen halben Reißverschluss, der am einen Ende um die Kurve gelegt wird (auf dem zweiten Foto gut erkennbar).

Anleitungen zu solchen Etuis kann man im Internet finden. Suchmaschinen helfen bei der Suche nach "Brillenetui nähen Anleitung". Meine Anleitung fand ich in diesem Heft vom 10.08.2017 - ganz frisch im Handel, also nichts wie los und besorgen! Es sind noch mehr richtig gut brauchbare Grundanleitungen und tolle Nähtipps drin.


Freitag, 14. Juli 2017

Das war aber mal Zeit!

Ordnung ist das halbe Leben ...

so lehrten es uns damals unsere Eltern, als wir noch erzogen wurden. Und die andere Hälfte? So fragte ich mich damals. Unordnung??? Nein - heute weiß ich es: KREATIVITÄT. Und weil die auf dem Mist der Spontaneität blüht, dort, wo ALLES möglich ist, muss es auch mal unordentlich sein. Wenn es dann allerdings an die Arbeit geht (ich habe zwei Wichtel, die solcherlei Sparbeit nennen - von Spaß bei der Arbeit oder sparsame Arbeit = ohne Energieverschwendung), da kann dann Ordnung sehr hilfreich sein. Sonst liegen einem ständig in die Gegend geworfene Werkzeuge und Materialien im Wege.

Also muss das Aufräumen nach einigen Arbeitsschritten immer wieder mal sein. Bei mir stellt sich immer dann das freudige Bedürfnis zum Aufräumen und Ordnen ein - quasi ganz von selbst - wenn ich merke, dass ich mit der Arbeit nicht mehr gut vorankomme. Sei es, dass mir ständig etwas vom Bügelbrett fällt oder dass ich sockenfüßig in eine Stecknadel trete (AAAAAUTSCH!!!) oder dass das Dampfbügeleisen den Rauchmelder auslöst. Alles Zeichen fürs Innehalten, Achtsamwerden und dann ... AUFRÄUMEN.

So bekam ich gestern Lust, mal gründlich meine gesammelten Stoffe durchzuforsten und nach Stoffarten sortiert zu stapeln. So sah es anschließend aus:


Die Stoffe sind bunt gemischt. Manche habe ich durch Tausch bekommen, andere wurden mir geschenkt, wieder andere habe ich mir für gutes Geld gekauft, kleinere Stücke sind aus alten Kleidungsstücken herausgeschnitten. Sortiert habe ich sie nach Stoffarten (Baumwolle uni / bedruckt, Leinen, Wolle, Viskose, beschichtete Stoffe, Taft, Jersey). 

Der wohl teuerste Stapel ist dieser hier, in dem sich wunderschöne Drucke befinden, die ich unterwegs entdeckt habe:


Für meine Taschen brauche ich selten richtig große Stoffstücke, denn in Taschen kann man ja kleinste Stücke noch dekorativ einarbeiten.

Nach dem Ordnen der Stoffe - ich weiß noch nicht, wo ich sie nun so geordnet aufbewahren werde, aber auch das PRO-blem wird sich lösen - nahm ich mir meine Taschennähliteratur vor:


Mein erstes Nähbuch, das alle nur denkbaren Techniken erklärt, ist uralt und noch heute sehr begehrt: Alles selbst genäht von Reader's Digest.
Darüber liegen aktuelle Patchworkhefte, in denen auch Taschen erklärt werden. Da ich nicht anstrebe, viel Patchwork zu nähen, dienen sie mir lediglich als Ideenpool für Taschenschnitte, für die man gepatchte Stoffe verwendet.


Auf dem zweiten Foto sieht man oben links zwei Bücher zum Nähen von Taschen. Sie erklären (teilweise in Fotos) Schritt für Schritt, wie man bestimmte Modelle näht. Rechts daneben liegen zwei Bücher und ein Heft zum Selbstgestalten von Stoffen (Stoffdruck, Frico-Transfer, Homedeco mit Stoffdruck). Die Nähbibel - eine aktuelle Zeitschrift - erklärt viele Nähtechniken von der Pike an.

Nun rasch wieder an die SPARBEIT!!


Ordnung ist das halbe Leben ...

sonst bleibt man im Chaos kleben!


Freitag, 7. April 2017

Auftrag mit Happy-Effekt

Ich darf wieder etwas Neues kreieren.

Eine junge Frau fragte mich, ob ich ihr eine Tasche nähen könne. Ihre Stofftasche falle so nach und nach auseinander und sie brauche eine neue. Dieser Frau habe ich allerhand zu verdanken, ihre Art zu denken und zu fühlen ist mit meiner kompatibel, so machte ich mich freudig ans Träumen - les rêves grandissent!

Was dabei bis jetzt herauskam, will ich heute dokumentieren. Der Traum beginnt, wandelt sich, ist noch nicht vollendet. Aber erste Formen und Farbwelten entwickeln sich. 

Lieber Blogbesucher, liebe Blogbesucherin ...

hier wird nicht gezeigt, wie man eine Tasche näht, sondern vielmehr, wie man innerlich Kontakt mit dem Wesen der Welt, dem Wesen eines Menschen aufnimmt, sich im Traum damit vereint und den Traum sprechen lässt. Es geht um Kreativität, nicht um Nähanleitungen. Wie man Taschen näht, dazu haben schon unzählige andere Menschen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Internet veröffentlicht. Dafür kann ich gar nicht oft genug DANKE sagen, denn ihnen verdanke ich schließlich, dass ich meine Träume umsetzen kann. Sie können das viel besser als ich, das Erklären in kleinen Filmchen, die man einfach aufruft und denen man Schritt für Schritt folgen kann. Außerdem gibt es auch noch gute Bücher und Zeitschriften, die einem beim Erlernen von Nähtechniken helfen. Mein wichtigstes Buch ist ALLES SELBST GENÄHT von Reader's Digest. Ein Buch, das ich erst aus der Hand geben werde, wenn ich definitiv nichts mehr nähen werde. Ansonsten gibt es Spezialzeitschriften und -bücher zum Nähen von Taschen, besonders hilfreich finde ich Die Nähbibel (in mehreren Folgen, die noch fortgesetzt werden). Deren Website simply-kreativ.de veröffentlicht viele hilfreiche Ratschläge, auch als Videosequenzen. Außerdem gibt es zu jedem Heft eine DVD, die genau zeigt, wie's geht. So viel zum Technischen.

Doch nun zurück zu meinem Traum:

Wenn ich mich beim Verlassen des Hauses umdrehe, in dem ich mit der Auftraggeberin Kontakt hatte, sehe ich dieses energiereiche Symbol am Fenster kleben. Schwupps - war das Symbol in meinem neuen Taschentraum gelandet! 

So zeichnete ich zuerst einen groben Plan. Die Tasche soll geräumig sein, mehrere Innentaschen bekommen und mit einer Klappe (wie bei einer Satteltasche) verschlossen werden.

Die Klappe soll aus einem bedruckten Stoff bestehen, wobei sich die Farben im Taschenkörper wiederfinden sollen, ergänzt durch weitere, energiereiche Farben. 

Wie ist nun der erste Probedruck auf Papier entstanden?


Zunächst habe ich mir das Logo der Auftraggeberin, das ich im Internet gefunden habe, ausgedruckt. Ganz altmodisch habe ich es auf Transparentpapier durchgepaust und dabei einen weichen Bleistift benutzt. Dann habe ich das Stück Transparentpapier auf Moosgummi gelegt und durch Nachfahren auf der anderen Seite die Graphitlinie auf das Moosgummi übertragen. Ausschneiden - fertig.  

Damit später beim Drucken wirklich nur der Moosgummiabdruck auf dem Stoff landet und nicht Farbreste, die vielleicht auf dem Holz gelandet sind, klebe ich das ausgeschnittene Motiv auf eine weitere Lage Moosgummi, schneide wieder mit einer Scherenschnittschere aus, wiederhole das Ganze noch ein drittes Mal. Nun ist die Mossgummischicht dick genug. Beide Spiralen werden auf einen passend zurechtgesägten Holzblock geklebt und fertig ist der Druckstempel. Natürlich muss das Motiv seitenverkehrt aufgeklebt werden, damit es nach dem Drucken richtig erscheint.


Hier kann man sehr gut die drei Schichten erkennen:



Nun erprobe ich das Druckergebnis mit Aquarellfarben auf kräftigem Papier. Das kam dabei heraus:


Ich bin zufrieden!


Den Stempel habe ich mit einem Pinsel, mit dem ich die unterschiedlichen Farben aus dem Kasten genommen habe, bestrichen, dann die Farben etwas ineinandergezogen, damit sie schön verlaufen und dann erst abgedruckt.

Der Traum hat sich aber noch weiter entwickelt. So habe ich vor, die Taschenklappe mit einer Paspel einzurahmen, die aus dem grünen Schrägband hergestellt werden wird.




Das Gesamtfarbkonzept ist auch bereits Bestandteil des sich entwickelnden Traums. So werden im Taschenkörper und im Futter folgende Farben eine Rolle spielen, evtl. auch noch ein fröhliches Orange. Es wird eine sehr energiereiche Tasche werden, das steht schon fest! 

Das Wollknäuel habe ich nur dazugelegt - es wird beim Gestalten vielleicht auch noch eine Rolle spielen, etwa bei einem Reißverschlussanhänger oder etwas Ähnlichem. 




 Drucken werde ich das Logo auf einem naturweißen BW-Stoff. 


Mein Herz hüpft vor Freude bei all dem. Kreativität belebt und erst recht, wenn man sich dabei innerlich mit einem Menschen verbinden kann ...

Freitag, 17. März 2017

Anregungen braucht man immer

Des einen Leid ist des anderen Freud - nicht schön, aber wenn ein Geschäft in Insolvenz geht, müsste der Inhaber auch froh sein, wenn noch jemand kommt und die Ladenhüter kauft. So einer wie diesen hier, den ich zu einem Spottpreis erwerben konnte:


Diese Stoffgestaltungsmethode hatte ich vorher noch nie gesehen, aber für neue Anregungen zur Stoffbemalung und zum Stoffdruck bin ich immer dankbar. So musste ich ganz auf die Schnelle zuhause gleich ausprobieren, wie das geht. Super geht das!

Man nimmt sich Seiten aus Illustrierten, schön farbig bedruckt, am besten aus Hochglanzpapier. Dann braucht man noch ein BW-Läppchen und Nagellackentferner, der Aceton enthält. Man schneidet eine Form aus dem farbigen Papier aus und wischt dann mit dem getränkten Läppchen die Farbe vom ausgeschnittenen Stück Papier. Je nachdem, welche Form das Papier bekommen hat, ergibt sich auf dem Stoff die Form des Abriebs. Was ich wohl ausprobierte? Natürlich - ein Nordlicht! Wirkt doch sehr authentisch ...



Dann entdeckte ich Stoffmalstifte zum Bemalen von hellen ...



... und dunklen Stoffen:



Dieses Heft - auch schon über 10 Jahre alt, wie man sieht - vermittelt weitere Stoffgestaltungstechniken. Und Technikhinweise stehen bei mir hoch im Kurs. Die Ideen wirken etwas antiquiert, aber die brauche ich ja nicht.  Ob ich nun Stoffe für Taschen gestalte oder Homedesign, spielt ja keine Rolle.