Sonntag, 20. August 2017

Entdeckt - Anleitung für ein Handykissen

Bevor ich mir eine Anleitung aus den Tasten hämmere, dachte ich mir, schaue ich mal im Internet nach. Vermutlich hat das schon jemand vor mir erklärt. Und ich wurde fündig:

Handmade mit Enie - Lesekissen nähen

Nach dieser Anleitung machte ich einen zweiten Anlauf und - schwupps - war das Kissen fertig. Zuerst nochmal ein Blick auf das erste, von mir selbst erdachte:


Es ist schwer, mit Sand gefüllt, der sich sehr gleichmäßig verteilt.

Das Kissen, das ich nach der Internetanleitung genäht habe, ist mit Bastelwatte gefüllt. Dadurch ist es leicht, aber die Füllung ist nicht so schön regelmäßig hinzubekommen. Vielleicht sollte man es mal mit Körnern versuchen, die sich besser in dem Kissen verteilen lassen. Seinen Zweck erfüllt das zweite Kissen ebenso gut.


Das Handy steht etwas steiler, weil das Kissen eine Standrille hat.


Mir gefallen beide Varianten. Ich werde noch mehr davon nähen ...


Prototyp - ein Handykissen

Manchmal lese ich nach dem Frühstück zur letzten Tasse Tee am Tisch ein Buch oder eine Zeitschrift. Dabei ist immer wieder mal etwas nachzuschlagen, was ich dann im Internet per Handy nachforsche. Doch das Handy liegt dann flach auf dem Tisch. Dumme Sache ...

So kam ich auf die Idee, meinem Handy ein Kissen zu nähen, auf dem es schräg liegen kann. Ich hatte mal so etwas gesehen und strengte mein Vorstellungsvermögen an. Hier ist er nun - der Prototyp:




Der Stoff stammt aus einer Stoffmustersammlug, die ich gestern geschenkt bekam. 

Was mir noch nicht gefällt:

Die Füllung aus feinem Sand dürfte etwas praller sein, was das Nähen allerdings zu einer ziemlich kniffligen Angelegenheit macht (wenn man alles mit Maschine nähen will).

Am hinteren Ende sollte nur eine Naht sein (möglicherweise doch lieber von Hand zugenäht). Die zweite entstand nur, weil das Säckchen zu schlaff gefüllt war, ich es aber nicht noch einmal öffnen wollte.

Ich werde bald ein zweites Säckchen nähen und dann auch mit Fotos beschreiben, wie ich vorgegangen bin (mit Maßangaben).

Ein Tipp vorweg:
Die kurze Naht, auf der das Handy liegt, ist an beiden Seiten nicht ganz durchgenäht. So kann der Sand auch in den unteren Teil des Kissens gefüllt werden. Das werde ich aber noch optimieren.

Der Prototyp ist auf jeden Fall schon verwendbar, wie man hier sieht:




Freitag, 18. August 2017

Stiftetäschchen Nr. 2 - das Nordlichtige

Heute Morgen fand ich auf meinem Nähtisch von einem fast abgeschlossenen Projekt noch ein paar Stoffschnipsel. Ich legte sie zusammen, fand darunter noch Brauchbares und patchte sie kurzerhand zu einer Stofffläche.

Was daraus zum Schluss wurde, ist hier zu sehen:



Der untere Teil des Täschchens ist aus einem lederähnlichen Stoff genäht (fühlt sich an wie Alcantara). Dieses Mal habe ich den unteren Teil direkt auf den Patchworkstoff genäht, dabei geriet die Ziernaht für die Verbindung gleich besser. Zuvor habe ich die Stoffe mit einem speziellen doppelseitig klebenden Fixierstreifen zusammengeklebt. So ging das Zusammennähen problemlos.

Mir gefällt das erste Täschchen besser, das zweite werde ich mir wohl in meine Nordlichttasche stecken. 

Donnerstag, 17. August 2017

Kurz zwischendurch genäht

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich ein Stück Leder vernäht und ich muss sagen, es hat mir Appetit auf mehr gemacht. Hier nun das erste Kleinprojekt mit Leder:




Wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich um ein Stiftetäschchen. Das Leder war so weich, dass ich zum Nähen nicht einmal die Ledernadel brauchte.

Montag, 7. August 2017

Die Reihertasche - Teil 2 der Dokumentation

Heute soll es nun mit dem Futter weitergehen. Noch einmal zu Erinnerung:

Wegen der zu geringen Taschenhöhe setzte ich eine Paspel zwischen Taschenfläche und den noch anzusetzenden Stoffstreifen am oberen Rand und griff damit zugleich das Rot aus dem Knopf auf. Auch der Knopf soll nun auf rotem Hintergrund erscheinen. Da es sich um einen Keramikknopf handelt, der vielleicht etwas schlagempfindlich ist, will ich ihn nicht als Dekoknopf auf eine Lasche mit Druckknopf dahinter nähen, sondern direkt auf die Tasche. Andernfalls würde er jedes Mal beim Öffnen nach hinten mit übergeschlagen und dabei vielleicht angestoßen.

So sieht meine weitere Planung aus:

Eine dunkelblaue abgeschrägte Lasche wird das knöpfbare rote Band tragen. 


Doch zunächst beschäftige ich mich mit dem Futter, das ich bereits aus der alten roten Popelinejacke zugeschnitten habe. Bevor ich es zusammennähe, bügele ich von der Rückseite ein Volumenvlies auf und steppe den ganzen Stoff diagonal durch. Linienabstand: 4 cm.
Davor zeichne ich natürlich die Stepplinien mit einem ganz feinen Bleistift auf. Die Linien werden übergesteppt und sind dann nicht mehr zu sehen.


Die Tasche soll ein mit Reißverschluss verschließbares Innenfach bekommen, das hinter dem Futter verschwindet. So etwas habe ich noch nie genäht. Mutig mache ich mich ans Werk und vertraue der Anleitung, die ich in einem Taschen-Nähbuch finde (Hinweis siehe am Ende des Posts).

Danach wird zuerst ein Vliesstreifen von der Rückseite aufgebügelt, und zwar an der Stelle, an der später der Reißverschluss sitzen soll. Nun ist mir etwas mulmig, denn ich muss den schön gesteppten Stoff einschneiden und die Ränder nach innen umschlagen und mit Nadeln fixieren. Das Umschlagen lässt sich nicht so ganz einfach bewerkstelligen, denn es befinden sich dann 1, 2, 3, 4 ... 5, nein 6 Stoffschichten (die Vliesschichten mitgezählt) übereinander und das macht die Sache etwas sperrig.


Nun wird aus dem schwarzen Stoff der Wendejacke ein rechteckiger Taschenbeutel (doppelte Länge und einfache Breite plus Nahtzugaben) zugeschnitten. Doch, der Stoff ist pechschwarz, erscheint im Tageslicht nur dunkelgrau.


 Das Rechteck wird mit einer Breitseite an das untere Reißverschlussteil angenäht. 



Nun legt man den Taschenbeutelstoff unter den Ausschnitt im Futterstoff ...


... und steckt ihn fest. 

Der merkwürdige Farbunterschied erklärt sich durch das unterschiedliche Licht (Blitzlicht / Tageslicht).
Nun wird das untere Reißverschlussteil zuerst aufgesteppt. Dann klappe ich die Hälfte des Taschenbeutels hoch und steppe den oberen Reißverschlussrand mit dem Taschenbeutel zusammen auf. Dabei fallen Reißverschlussrand und Taschenbeutelrand genau aufeinander.



So sieht der (fast) perfekt eingesetzte Reißverschluss aus. Anschließend werden noch die beiden Längsseiten des Taschenbeutels auf der Rückseite zusammengenäht. 


Die nicht sichtbare Eingrifftasche ist fertig. 


Eine genaue Anleitung findet man in dem Buch "Meine Tasche" von Elisanna & Finn aus dem TOPP-Verlag (1. Auflage 2015), dort unter "Innenfach mit Reißverschluss" auf S. 153..

Mittwoch, 26. Juli 2017

Ein neues Label

Meine ersten zehn Labels sind verbraucht! Da mussten neue her.

Da mir neulich eines der Label abgerissen ist, habe ich nochmal nachgedacht. Das Label aus Kunstleder hatte an den Ecken kleine vorgestanzte Löchlein, an denen man es von Hand annähen konnte. An diesen Löchlein lag es, dass es abreißen konnte. Man kann leicht hinter dem Label hängenbleiben und dann können die kleinen Löcher ausreißen. So war es geschehen ...

Hier das alte Label - ein intaktes:


Was mir für meinen Zweck auch nicht gefiel, war die Spirale als Symbol. Sie habe ich aus einem großen Angebot an vorgegebenen Symbolen ausgewählt. Ich wollte gern etwas haben, was man als Nordlicht erkennt. Die Spirale kam dem noch am nächsten, aber dieses Mal wollte ich bei DORTEX das Angebot nutzen, ein eigenes, selbst entworfenes Label hochzuladen.

So zeichnete ich mir ein kleines Nordlichtsymbol, veränderte auch die Schrift und bestellte dieses Mal gleich 50 Stück, da der Einzelpreis dadurch erheblich geringer wird. Statt 2 € kostet dann ein Label nur noch 1,20 €. 


Das neue Label besteht aus SnapPap. Es handelt sich dabei um ein waschbares Papier in Lederoptik, das aus einer Papier-Kunststoff-Mischung besteht. Es lässt sich sowohl von Hand als auch mit der Maschine aufnähen. Auf vorgestanzte Löcher an den Ecken habe ich verzichtet, denn ich will es rundherum oder zumindest an den beiden Längsseiten annähen, damit es nicht wieder abreißen kann.


Den Etikettenhersteller DORTEX kann ich sehr empfehlen. Wenn man beim Bestellen Fragen hat, werden diese direkt per Chat beantwortet, der sich automatisch öffnet, wenn man seine Bestellung online konfiguriert. Die Lieferung ist zügig (obwohl die Ware ja erst angefertigt werden muss), es wird auch gegen Rechnung geliefert, wenn man sich nicht auf der Website anmeldet, also als Gast bestellt. Ich war rundum zufrieden!

Die Reihertasche -Teil 1 der Dokumentation

Heute will ich die Entstehung einer Botschafts-Tasche dokumentieren. Warum Botschaft? - Weil die Empfängerin mit der Tasche stets eine Botschaft bei sich tragen wird. Doch dazu später ...

Ich fragte zuerst nach Vorlieben:

  • Wozu soll die Tasche dienen? - groß genug für Sportzeug sein
  • Welche Form soll sie haben? - oben etwas breiter als unten (wie meine Nordlicht-Tasche)
  • Welche Sonderausstattung wünschst du? - innen ein verschließbares Fach, Tragehenkel, die es möglich machen, die Tasche über der Schulter zu tragen
  • Welche Farben bevorzugst du? - Dunkelblau, kombiniert mit kalten Grüntönen
Ich habe nun die Empfängerin vor Augen ... sie will damit zur Physiotherapie fahren, bekommt Anwendungen wegen leichter Gehprobleme. Nun, dazu wird mir noch etwas einfallen ...

Zuerst wühle ich mich durch meinen Stoffvorrat und finde einen dunkelblauen hochwertigen Wollstoff, dazu einen türkisgrünen Baumwollstoff. Ja, die zwei Stoffe sollen es sein.


Dann schließe ich wieder die Augen und träume vor mich hin. Mit offenen Augen zeichne ich auf ein Blatt Papier zwei Initialen der Empfängerin. Das sieht dann so aus:


So ließe sich in die Tasche mein Wunsch einarbeiten, dass die Empfängerin AM ihren täglichen Spazierweg zum Teich in guter Balance bewältigen kann. Und zwar hinunter wie auch hinauf. Ich erprobe das "Muster" auf einem Stück Probestoff, auf dem schon eine andere Malprobe zu sehen ist.

Das obere Dreieck im A würde symbolisch silbergraues Haar darstellen, da die Empfängerin Seniorin ist.


Nun teste ich weiter auf einem Stückchen Reststoff von dem, den ich ausgewählt habe. Die M-Flächen fülle ich mit Wasserblau, symbolisch für die Teiche stehend, die die Empfängerin oft aufsucht.



Nun nehme ich mir den zugeschnittenen Stoffstreifen vor, der schräg auf die Tasche genäht werden soll - einmal von unten nach oben, einmal von oben nach unten - stellvertretend für den absteigenden und den ansteigenden Weg.

Ich zeichne mit Textilstiften von Rico-Design die Buchstaben in Schwarz (Textilstift 3mm und Wäschemarker 1mm). Dabei beginne ich zunächst mit 1mm-Linienstärke, die ich später mit dem 3mm-Stift noch einmal nachfahre.




Ein fertiger Streifen - mit Silbergrau und Wasserblau gefüllt.


Nun möchte ich auch die Reiher auf den Streifen bringen, die die Empfängerin oft in der Luft sieht, wenn sie ihren Spaziergang macht. Diese Reiher kann man, wenn sie einem oft begegnen und sie einen "innerlich" berühren, als seine Krafttiere betrachten. Dies zu tun, dazu möchte ich die Empfängerin animieren.

Ich suche mir zwei Reiher-Umrisse aus dem Internet und drucke sie in geeigneter Größe aus.    



Nun übertrage ich den Umriss auf Transparentpapier, schraffiere die Rückseite kräftig mit einem weißen Buntstift, lege diese Seite auf den Stoff und zeichne die Umrisse auf der Vorderseite mit einem harten scharfen Bleistift nach.


Die Umrisslinie erscheint ganz schwach auf dem Stoff. 


Ich zeichne sie mit dem Wäschemarkierer nach ...


... und fülle sie mit dem dicken Stift aus.


Nach dem Trocknen muss der Stoff heiß übergebügelt werden, damit die Farben fixiert sind. So kann man ihn auch waschen.



In der Zwischenzeit war ich bei Frau Salesch, wo die Knopfkünstlerin Anna Stange ihre Keramikknöpfe verkaufte. Ich berichtete bereits davon.

So kam ich auf die Idee, der Tasche noch einen "roten Faden" hinzuzufügen. Das Rot aus dem Knopf sollte eine Wiederholung in der Tasche erfahren. Ich hatte sowieso festgestellt, dass sie oben durchaus noch ein paar Zentimeter länger sein konnte, also wollte ich einen Streifen ansetzen, der mit einer roten Paspel betont werden sollte.


Den Stoff dazu hatte ich ja aus dieser alten, zu mir nicht mehr passenden Jacke geschnitten, ihn gewaschen, um ihn für diverse Zwecke verwenden zu können. Upcycling par excellence!


Aus einer dünnen, festen Baumwollkordel und einem aus dem roten Stoff geschnittenen Schrägband entstand so die Paspel. 
Wichtig!!! ---> Den Stoffstreifen unbedingt schräg zuschneiden, da die Paspel sonst hässliche Wellen bekommt!!


Perfekt:



Die fertige Paspel wird mit der flachen Seite zwischen die rechts auf rechts liegenden Taschenstücke genäht, also quasi dazwischengefasst. Hier noch im geriehenen Zustand:


Die Naht ist genäht und beim Wenden schaut nun die Paspel zwischen den Stoffteilen hervor. Nun wird gedämpft und der obere Teil abgesteppt, damit die Paspel schön fest sitzt.


Die Taschenaußenseite ist fertig genäht, nun kommt das Futter dran ...