Samstag, 11. Februar 2017

Erstes Drucken auf Stoff

Heute war meine erste Idee, ein Stück Moosgummi aufzukleben und mit einem Cutter zu strukturieren, denn Nordlichter haben oft eine Innenstruktur aus senkrechten Streifen. Ob sich das beim Drucken abzeichnen würde?
Ich war sehr gespannt und mit dem Ergebnis zufrieden:



Also bastelte ich mir einen Druckstock, der eine Nordlicht"gardine" als Motiv erhielt. Man sieht ihn auf dem folgenden Foto rechts oben am Stoff liegen.
Auf meiner Glaspalette mischte ich Nordlichtfarben (Grün- und Violett-Töne). Ich übertrug sie mit einem Schaumstoffstempel auf das Moosgummi und druckte ein paar Nordlichtbögen auf die Rückseite eines "Sonne-Mond-und-Sternestoffes". Es sollte ja nur ein Versuch sein, mit dem ich erfahren wollte, ob man auf einem dunklen Stoff drucken kann und von diesem Stoff habe ich riesige Mengen in meinem großen Stoffkorb.


Mit einem Stiftende druckte ich mit Gelb Sterne an den dunkelblauen Himmel und franste sie in alle Richtungen etwas aus, um ihnen Strahlen zu geben.

Der fertige Stoff trocknet an der Wäscheleine, bevor die Farbe mit einem heißen Bügeleisen fixiert wird.
Die Stoffrückseite mit dem aufgedruckten Nachthimmel schimmert etwas durch, was gar nicht störend wirkt, da Nordlicht ja am besten vor dunklem Nachthimmel zu sehen ist.

Inzwischen hatte ich eine Scheunenrose aus dem Valdres aus Moosgummi auf ein Holzstück geklebt. Also konnte ich mit dem Drucken gleich weitermachen. So entstand dieser Stoff mit dem Titel "Hjertelig Valdresrosa" (Herzliche Valdresrose) in den Nordlichtfarben Lila, Grün, Petrol. Sachinformationen zu dem Motiv hier in meinem Blog.

Noch fixiert auf der Druckunterlage ...

... und zum Trocknen aufgehängt

Nach den ersten Stoffdruckversuchen stelle ich fest, dass ich mehr Stofffarbe brauche. Die Farbe braucht sich ziemlich schnell auf.

Nun wird es spannend ... was wird aus den ersten Stoffdrucken entstehen?

Freitag, 10. Februar 2017

Erste Druckversuche auf Papier

Meine ersten Druckversuche habe ich auf Papier vorgenommen. Dazu benutzte ich zuerst die Herzchen, die beim Ausschneiden der Scheunenrose abgefallen sind. Als Farbe dienten mir meine alten Deckfarben.
Auch einen Stempel mit Spiralmotiv habe ich hergestellt, ebenso aus Moosgummi. Dann habe ich auf Ingres-Papier mit beiden Motiven gedruckt.

Das Spiralmotiv habe ich in verschiedenen Größen mehrfach auf ein Blatt Papier kopiert und das Ergebnis ausgedruckt, die Rückseite des ausgewählten Motivs mit Graphit geschwärzt und von der Vorderseite aus das Motiv auf Moosgummi übertragen (mit einem harten Bleistift), dann die Spirale aus dem Moosgummi ausgeschnitten und auf Styropor geklebt. Ein neuer Druckstock war fertig.
In dem Schreibheft dokumentiere ich handschriftlich, was ich wann und wie gemacht habe, denn ich komme nicht jeden Tag zum Bloggen.

Erste Druckversuche mit dem Herzchenstempel, links zu sehen.

Hier habe ich beide Stempel miteinander kombiniert.
Was mir noch nicht gefällt, ist das Styropor als Motivträger. Es ist mir zu krümelig. Mal sehen, ob ich meinen Schatz überreden kann, mir an der Kreissäge aus Holzresten jedes Mal einen stabileren Motivträger zu sägen.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Lippische Rose meets Valdres-Scheunenrose

Heute fiel mir beim Bügeln ein, dass ich zwar durch und durch ein Nordlicht bin, dennoch gleichzeitig eine Lipperin. Plötzlich erinnerte ich mich an etwas ...

Wir Lipper haben ein Wappenzeichen, die Lippische Rose. Und die entdeckte ich im Jahr 2007 ... ja wo wohl? IN NORWEGEN!!!


Diese Darstellung hing im Valdres Folkemuseum in dem norwegischen Ort Fagernes. Als ich die Darstellung erblickte, dachte ich, ich sehe nicht richtig. Das ist doch "unsere" lippische Rose!!! Zwar sehr einfach gezeichnet, doch unverkennbar.

Man vergleiche bitte:

Von ludger1961 Achim1999 - Eigenes Werk after
http://www.kreis-lippe.de/SiteCollectionImages/lipp_rose_alt.jpg,
CC BY-SA 3.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4645266

Ja, wie kam denn nun unser adeliges Wappenzeichen ins Valdres?

Dahinter steckt eine interessante Geschichte, die ich heute erzählen möchte.

Im Valdres-Folkemuseum fand ich folgende Erklärung zum Zusammenhang zwischen der Lippischen Rose und der Scheunenrose im Valdres:

Die Scheunenrose, die man an vielen Scheunen im Valdres vorfindet, so wurde dort in einer aushängenden Schrift erklärt, sei von Deutschland über Amerika nach Valdres gewandert. Scheunenrosen gebe es in Norwegen auch nur im Valdres und nirgends sonst.

Worin besteht denn nun die Verbindung?

Mitte der 1890er-Jahre, so hieß es, habe der Baumeister Erik Erikson Mu (1870 - 1950) aus Rogne in Øst-Slidre für einige Zeit in den USA gelebt. Dort sei er Lehrling beim Baumeister Jan Linnermann gewesen, der ursprünglich aus Lippe kam. Der Deutsche Linnermann habe dann dem Norweger von unserem lokalen adeligen Wappen erzählt, dessen Ursprung schon im Mittelalter liegt.

Auch die religiösen Gemeinschaften der Mennoniten, der Amish und der Dutch haben das Symbol teilweise aus Deutschland mit in die USA gebracht.

Diese Religionsgemeinschaften nutzten es in Form der Scheunenrose, die sie Hex Signs nannten. In der Form dieser Volkskunst symbolisierten sie freies Eigentumsrecht kontra Feudalismus oder sollten vor bösen Geistern, Feuer, Blitz und Krankheit schützen.

Der Norweger Erik Erikson Mu hat solche Scheunendekorationen wohl in den USA gesehen. Auf dieser Seite wird eine solche Scheune gezeigt (bis zur Seitenmitte herunterscrollen). Als Mu nach Valdres zurückkam, baute er eine Reihe von Scheunen, die mit Scheunenrosen in verschiedenen Varianten versehen wurden. Viele von ihnen hatten mit der Lippischen Rose die Fünfteilung gemeinsam, doch gibt es daneben auch vier- oder sechsteilige.

Die Gesellen, die Mu ausbildete, übernehmen den Brauch bis in die 1920er-Jahre.

Die alten Scheunenrosen waren offen, so dass der Raum dahinter durchlüftet wurde, doch die neuen sind nur zur Zierde an die Wand genagelt.

Frei nach: Begleittafeln an der Darstellung der Valdresrosen im Folkemuseum Fagernes

Nachdem ich dies alles erfahren hatte, juckte es mir geradezu in den Fingern, aus Moosgummi einen Druckstempel in Form einer Valdres-Scheunenrose zu entwerfen.

So ging ich dabei vor:


Dieses Foto einer authentischen Scheunenrose aus dem Valdres gefiel mir und ich beschloss, deren Form auf Papier zu übertragen.
Dabei schaute ich mir das Foto genau an und machte mir Gedanken zu der Symmetrie. Die Form besteht aus fünf gleichen Teilen, deren Hauptbestandteil je ein Herz ist.




So nahm ich Kästchenpapier und experimentierte mit Zirkel und verschiedenfarbigen Stiften herum (links im Bild). Doch es musste ja ein Steg stehen bleiben, der nachher auf dem Druckstock erhaben wäre und den man dann mit Farbe auf den Stoff übertragen könnte. Also zeichnete ich von dem Vorhandenen mithilfe von Transparentpapier die Elemente so heraus, dass helle Druckstege übrig blieben (unten und oben rechts im Bild). Dabei vereinfachte ich das Zeichnen, indem ich nur einen Teil der fünfteiligen Form zeichnete und sie durch Drehen des Transparentpapiers und Durchzeichnen des einen fertig gezeichneten Teils die ganze Figur erschuf.




Anschließend wurde die fertige Scheunenrose eingescannt, als Bild gespeichert, in ein Worddokument eingefügt und mehrfach kopiert. Jedes einzelne Element erhielt eine andere Größe, Die Größen weichen jeweils um einen halben Zentimeter voneinander ab. So habe ich eine Auswahl zur Herstellung verschiedener Druckstöcke, wenn ich sie unterschiedlich groß brauche.

Ich wählte eine der Abbildungen aus und schwärzte sie von der Rückseite mit einem Bleistift (8B = sehr weich). Dies ist auf dem vierten Bild zu sehen.




Ich legte die geschwärzte Seite auf Moosgummi in heller Farbe und zog auf der Vorderseite des Papiers mit einem harten Bleistift (Kuli geht auch) die Linien nach, so dass sich das Graphit auf das Moosgummi übertrug. Dann schnitt ich die Figur mit einer Nagelschere aus. Auch eine Stickschere müsste dazu geeignet sein.



Vier der dabei abfallenden Herzen schienen mir noch für Druckzwecke geeignet, also warf ich sie nicht weg.




Heute ist also eine Symbiose zwischen dem deutschen Lipperland und dem norwegischen Valdres gelungen - als Grundmotiv für ein Taschenobjekt. Ich bin selbst ganz gespannt, was daraus werden wird.

Zum Abschluss des heutigen Posts möchte ich noch zeigen, wie mir die Valdres-Scheunenrose (Låverose) im Museum in Fagernes begegnete:


Oben rechts wurde eine Skizze der lippischen Rose aufgehängt, rechts unten weist man auf ein so genanntes "hex sign" hin, wie man sie häufig an Stallungen in den USA finden kann. Darüber hing eine Zusammenstellung unterschiedlicher solcher Zeichen und die große Scheunenrose auf der roten Wand könnte eine von einer Originalscheune abgenommene Rose sein. So kann man auch sehen, wie groß sie teilweise gearbeitet wurden.

Eine Norwegerin (Rønnaug Sørlie) äußerte sich zum Brauch der Anbringung einer Scheunenrose u. a. so:

DIE VALDRESROSE

Als der Baumeister Erik Erikson Mu aus Kansas City / USA ins Valdres nach Norwegen zurückkehrte, baute er mehrere Scheunen mit Rosen in verschiedenen Varianten. Auch sein Lehrling baute Scheunen mit Rosen bis in die 1920er-Jahre. Hinter den Rosen der frühen Jahrgänge befand sich normalerweise eine Lüftungsöffnung. Spätere Scheunenrosen wurden nur noch als dekoratives Element auf den Wänden angebracht.
Die Rosen, die Mu nach Norwegen brachte, werden Valdresrosen genannt und der Brauch, damit die Scheunen zu schmücken, verwurzelte sich im ganzen Valdres. Die Valdresrose wurde quasi zum Zeichen dieses Tales.

(Anmerkung: Wobei an anderer Stelle diese verschlungene Form aus zwei Drachenköpfen als Valdresrose, aber auch als Valdresherz und Logo des Valdres bezeichnet wird.)

Wenn ich in Norwegen herumreise, so schreibt Rønnaug Sørlie weiter, sehe ich sehr selten Dekorationen auf Scheunenwänden, jedenfalls keine Scheunenrosen. Es scheint sich wohl niemand zu trauen, eine Valdresrose auf eine Scheunenwand in der Telemark oder in Nordland zu setzen?
Ich beschäftige mich viel mit Häusern und ich finde es toll, dass wir unsere Häuser schmücken.
Auf einer Fahrt von Hedalen nach Vang sehe ich Valdresrosen auf vielen Scheunenwänden, aber sie treten vor allem von Bjørgo an weiter im Norden auf. Ich habe mich oft gefragt, warum.
Warum waren die Süd-Aurdaler nicht so eifrig darin, ihre Scheunen mit dem zu schmücken, was das Valdres kennzeichnet?
Manche sagen, dass sich unsere Identität nach Süden hin, nach Ringerike, orientiert. Gleichzeitig erlebe ich, dass viele Hedalener daran interessiert sind, dass sie zum Valdres gehören.
Das Tal, das sich vereinigt hat zum Marktführer, der viel Geschichte vorzuweisen hat, der außerdem auch außerhalb Norwegens bekannt ist, sowohl, was Natur und Kultur, als auch, was Essen und Sprache betrifft.
Wenn wir ins Valdres hineinfahren, wissen wir, wo wir hinkommen. Dort treffen wir auf das Emblem, das zum offiziellen Valdreslogo wurde, (s. Link weiter oben) das Logo, das den Valdres Natur- und Kulturpark kennzeichnet und außerdem vieles, was wir im Valdres produzieren.  

Anmerkung: Auch dieser Betrieb verwendet das Valdres-Logo auf seiner Website Valdresporten = Tor ins Valdres..

Das Emblem zeigt uns, dass wir in ein Tal kommen, das gemeinsam daran arbeitet, Besucher willkommen zu heißen, das gemeinsam Touristenangebote entwickelt und das gemeinsam daran arbeitet, das Valdres in eine geschlossene Einheit zu verwandeln.
Da finde ich, dass wir auch unsere Scheunenwände dekorieren sollten, um unsere Besucher im Valdres zu begrüßen. Wenn ein Besucher eine Scheunenwand mit einer Valdresrose darauf antrifft, kann er keinen Zweifel daran haben, dass er im Valdres angekommen ist. Ich finde, wir können stolz sein auf die Valdrerose, weil sie schön gearbeitet ist, weil sie eine alte Geschichte hat und weil sie ein Tal kennzeichnet, das seine Geschichte bewahrt.

Quelle, aus der ich diesen Text gespeist habe:

Dem möchte ich nur noch hinzufügen, dass ich finde, dass genau dasselbe für unsere Lippische Rose gelten sollte. Und ich freue mich schon jetzt darauf, diese ähnlichen Symbole demnächst in einem Taschenprojekt miteinander zu verbinden.

Originaltext auf Norwegisch:
Valdresrosa
RØNNAUG SØRLIE
De religiøse sektene Mennoniter, Amish eller Dutch, bor i flere amerikanske stater, og stammer delvis fra Rheinland og Westfalen i Tyskland, eller Holland. Her har de låveroser som de kaller ”hexagoner”  eller ”hex signs”. Rosene kan symbolisere fri eiendomsrett, eller trolldomssymbol som vern mot vonde makter, brann, lynnedslag eller sykdom.Byggmester Erik Erikson Mo (1870–1950) fra Rogne i Østre Slidre, var i Kansas City i USA flere ganger før 1900. Han gikk i lære hos en byggmester fra Westfalen i Tyskland. Han reiste tilbake til Valdres og bygde en rekke låver med roser i flere varianter. Hans læregutter bygde også flere låver med roser til ut på 1920-rallet. Bak rosa på gamle låver er det vanligvis lufteåpning. Nyere låveroser er satt opp på veggen kun til pynt.I Tyskland er ”die lippische Rose” et kjent dekorasjonselement i lokale adelige våpenskjold fra middelalderen.
Låverosene som Erik Erikson Mo brakte med seg til Norge, kaller vi Valdresrosa, og skikken om å dekorere låver fikk rotfeste i Valdres. Valdresrosa har blitt Valdres sitt varemerke.Når jeg reiser rundt i Norge, ser jeg svært sjelden dekorasjoner på låvevegger, i alle fall ser jeg aldri Valdresrosa.  Ingen tør vel å sette opp ei Valdresrose på en låve i Telemark eller i Nordland?
Jeg er opptatt av hus, og synes det er flott at vi dekorerer husa våre.På tur fra Hedalen til Vang, ser jeg Valdresrosa på mange låvevegger, men det er først og fremst fra Bjørgo og nordover at Valdresrosa er brukt. Jeg har ofte lurt på hvorfor. Hvorfor har sør-aurdølene ikke vært så ivrige i å pynte låven sin med det som kjennetegner Valdres?
Noen sier at vår identitet er mot sør, mot Ringerike. Samtidig opplever jeg at mange hedølinger er opptatt av å være fra Valdres. Dalføret som markedsfører seg samla, som har mye historie å ta vare på, og som har klang ute i Norge for øvrig, både når det gjelder natur og kultur, mat og språk.Når vi kommer kjørende inn i Valdres, vet vi hvor vi kommer. Da møter vi emblemet som er blitt den offisielle Valdres logoen, den som kjennetegner Valdres Natur-og kulturpark, og mye av det vi produserer i Valdres. Emblemet forteller at vi kommer til en dal som samarbeider om å møte besøkende, som samarbeider om tilbud til turistene, og som samarbeider om å gjøre Valdres til en samla enhet.Da tenker jeg at kanskje skulle vi også dekorere låveveggene våre for å hilse besøkende velkommen til Valdres. Når besøkende møter en låvevegg med Valdresrose på, er det ingen tvil om hvor han er kommet. Jeg synes vi kan være stolte av Valdresrosa fordi den er fint laga, den har en gammel historie og den vil kjennetegne et dalføre som tar vare på historien sin.

Samstag, 28. Januar 2017

Erste Erfahrungen mit Textilfarben

Ich habe noch nie etwas mit Textilfarben gemacht. Heute habe ich begonnen, damit zu experimentieren. Ich fühle mich wie ein neugieriges Kind. 

Ich hatte mir im idee creativmarkt in Bielefeld von der Marke JAVANA die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau gekauft, dazu die Nichtfarben Schwarz und Weiß. Damit kann ich alles mischen. 

weiß - gelb - rot - blau - schwarz
Die ersten Erfahrungen damit:
  • Die Farben lassen sich wunderbar mischen.
  • Sie lassen sich mit Wasser verdünnen.
  • Man kann mit ihnen drucken und malen.
Der nächste Schritt ...

ich umklebte eine Glasplatte (aus einem alten Bilderrahmen) am Rand mit Malerkrepp. Diese Platte soll als Malerpalette zum Anrühren und Mischen der Farben dienen.


Außerdem habe ich mir aus Moosgummi, das ich ganz zufällig in einer Schublade entdeckte, als ich etwas anderes herausholen wollte, einen Spiraldruckstempel geschnitten.Den habe ich zunächst auf Schaumstoff geklebt. Das gefällt mir aber nicht, denn es bröselt zu sehr und lässt sich nicht so sicher greifen beim Drucken.


Ich freue mich auf die nächsten Experimente ...

Dienstag, 17. Januar 2017

Die ersten Schritte

Für das Bedrucken von Stoffen habe ich mir erste Voraussetzungen geschaffen. Ich brauche eine nicht zu harte und nicht zu weiche Unterlage, auf der ich gut drucken kann. In einem Fachbuch las ich, wie man sich selbst eine solche Unterlage basteln kann. Sie sollte auch beweglich sein, d. h. sie sollte von einem Ort an einen anderen transportiert werden können. Ich folgte den Tipps im Buch und so sah das Ergebnis aus:


Ich kaufte mir im Baumarkt Laminatunterlagen aus Styropor. Sie haben den Vorteil, dass man sie zu mehreren zusammennehmen kann. Ich habe 5 Lagen gewählt, das macht die Platte schön stabil. In dem Paket waren 10 Lagen, so kann ich mir bei Bedarf noch eine zweite Platte basteln. 

5 Lagen Dämm-Material für Laminatfußböden

Auf die Platte klebte ich dickes Volumenvlies aus dem Stoffgeschäft und die Folienverpackung, in die das Styroporpaket gehüllt war. Dazu habe ich die Folie sehr vorsichtig an den Rändern aufgetrennt und nun mit Malerkrepp wieder angeklebt.

Dann gab ich meinem Arbeitsplatz im Keller noch ein passendes Ambiente, denn der Geist des Nordlichts soll mich ja inspirieren:


Unter die Regalfächer mit den benötigten Farben und Werkzeugen klebte ich aus älteren Norwegenkalendern Bilder, die das Nordlicht darstellen. Inzwischen sind es fünf Bilder. In die Mitte klebte ich meinen neu durchdachten Kreativkreis, in dem ich einzelne Elemente meines Projekts aufgelistet habe:



Dieses Foto vom Polarlicht finde ich ganz besonders inspirierend, denn die Lichter sind so wunderschön geformt - wie Gardinen. So sind sie mir auch in Büchern meiner Kindheit begegnet.

Sonntag, 1. Januar 2017

Begrüßung

Hallo liebe Blogleser,

heute möchte ich Euch begrüßen auf meinem Revontuli-Blog. Revontuli ist finnisch und heißt Polarlicht. Schon seit meiner Kindheit hat mich dieses besondere Naturphänomen berührt. Es hat mich in vielen Facetten mein Leben lang begleitet. Es spiegelt sich wider in meinen Reisevorlieben, in meinem Wohnstil, in meinen Kleidungsstücken, in meinen Handarbeiten, derer ich einige pflege, wie etwa das Nähen, das Häkeln, das Stricken. 

Das Jahr 2017 begann bei mir am 1. Januar mit einem Tagebucheintrag:

Sonntag, 1. Januar 2017
Ist es so, dass jemand, der vieles kann und dies alles recht gut, aber nicht hervorragend, so lange staunend vor den Werken anderer steht, die eines ganz besonders können, bis er sich für eines von seinen vielen entscheidet und dies zu einer Besonderheit heranzüchtet, bis andere staunend vor seinen Werken stehen?
Und für welches eine soll dieser vielfältige Mensch sich dann entscheiden, wenn ihm doch die vielen Tätigkeiten gleich viel Freude bereiten und keines ihm größere Freude macht als ein anderes? Soll er würfeln?
Soll er dann das Erwürfelte einmal ein ganzes Jahr lang betreiben und sehen, wohin er damit gerät?
Diese Gedanken kamen mir heute, am ersten Tag des neuen Jahres, als ich im Ostseereport eine Frau sah, die sich in Deutschland in einen "norwegischen Weihnachtsmann" verliebt hatte und ihm nach Norwegen folgte, wo sie in einem Holzhaus im Winter Bilder gestaltet, bunte Elche näht und Bücher schreibt.
Warum sie - warum nicht ich? dachte ich.
Eva Schmutterer setzt das erlebte Nordlicht in Bilder (Collagen) um. Dabei hat sie in meiner Wahrnehmung das Leuchten in sich aufgenommen, bringt ihre Seele in ihrem Tun zum Ausdruck wie alle, die von etwas zutiefst ergriffen sind.
Wie oft schon hatte auch ich das Gefühl, ich hätte eine tolle Idee und dann lief mir jemand über den Weg, der es schon umgesetzt hatte und es besser machte, als ich es jemals würde entwickeln können.
Welche meiner Fähigkeiten und Leidenschaften, so fragte ich mich, könnte ich wohl zu etwas Einzigartigem, nur mir Zuzuordnendem entwickeln?

So stelle ich heute eine Prioritätenliste auf:
  1. Taschen nähen (was mir im letzten Jahr so viel Spaß machte)
  2. Stoffe bedrucken (womit ich mich neu beschäftigen will)
  3. Portraits zeichnen
  4. Stricken und häkeln
  5. Schreiben
  6. Liebe zum Norden, zu Skandinavien, Norwegen, dem Nordlicht


Und nun soll ich etwa entscheiden, im Jahr 2017 nur Taschen zu nähen? Im nächsten Jahr nur Stoffe zu bedrucken?

Nein!

Ein Flash griff alles Aufgezählte zusammen, bildete daraus eins, in dem alles enthalten sein kann. Etwas Neues, etwas Einzigartiges:

Im Kern des Ganzen steht das Nähen von Taschen in nordischem Design, das alles umklammert. Im Gestalten der dekorativen Elemente lasse ich meine Talente einfließen - den Stoffdruck zum Herstellen von Stoffen, das Zeichnen ebenso, denn man kann Gezeichnetes auch mit Transferfolie auf Stoffe übertragen, das Stricken und Häkeln von z. B. Bordüren in nordischen Mustern, das Schreiben zur Dokumentation.

Ja! So wird ein Schuh daraus!

Ich zeichnete in mein Tagebuch eine Skizze, die das Beschriebene darstellt:


Der äußere Kreis fasst mit dem Begriff "Norwegen" (wo ich das ergreifendste Nordlicht erlebte) das Projekt zusammen. Im Zentrum steht das Ziel - genähte Stofftaschen, die das Nordische zum Ausdruck bringen. Drumherum gruppieren sich meine Leidenschaften und Fähigkeiten, die in das Projekt einziehen können, die es materiell generieren werden. Der innere Kreis wird umfasst von dem Begriff "Weblog", in dem ich den Vorgang vom Ursprung an dokumentieren will.

Woher nun die Zeit nehmen, die für ein solches Projekt gebraucht wird? Das Beste ist, dass ich mich selbst nicht unter Zeitdruck setzen muss. Dennoch werde ich ein paar andere Dinge etwas einschrumpfen (nicht ganz verschwinden) lassen, die nicht zielführend sind:

Kreuzworträtsel und Sudokus, Mailverkehr, Lesezeit, Fernsehzeit, Hausdeko, Telefongespräche, Wollkäufe (für mein Projekt habe ich viele Restvorräte), Stricktreffen(und mal sehen, was mir im Alltag noch einfällt.

Und nun darf es losgehen ... ganz leise ... mit vielem Herumexperimentieren, Zulassen von Unvorhergesehenem, Offenheit und Freude an dem, was dann entstehen wird. 

Zum Schluss noch etwas zum Blognamen - zu meinem Namen in diesem Blog:

Revontuli = (finn.) Nordlicht, Polarlicht
Rêvant-Uli wird sehr ähnlich ausgesprochen wie Revontuli.
Rêvant leitet sich ab vom französischen Wort rêver = träumen.
Die träumende Uli bin ich. Diejenige, die von Stofftaschen in nordischem Design träumt.

Und nun wird nicht mehr geträumt, sondern das Geträumte umgesetzt ... es wird spannend!